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Standpunkt: Schweiz braucht Nachhilfe bei der Klimapolitik

Hans Weber ist Geschäftsführer von CIPRA Schweiz © CIPRA Schweiz

Die Schweiz war früher führend in der Umweltpolitik. Heute liegt nicht einmal ein Plan vor, wie die Ziele des Klimaabkommens von Paris erfüllt werden sollen, bedauert Hans Weber, Geschäftsführer von CIPRA Schweiz.

Der Schweizer Bundesrat hat dem Klimaabkommen, das die Vereinten Nationen im Dezember 2015 in Paris ausgehandelt haben, zugestimmt und Bundesrätin Doris Leuthard hat es im April 2016 in New York mit weiteren 174 Ländern unterzeichnet. Damit verpflichtet sich die Schweiz, ihren Beitrag an die weltweite CO2-Reduktion nach 2020 zu leisten. Doch in einem der reichsten Länder der Welt fehlt es an politischem Willen, weiterhin innovative Vorreiterin zu sein. Ohne diesen sind die Ziele des Abkommens nicht zu erreichen. Die Schweiz droht den Anschluss an wichtige Entwicklungen zu verpassen, was sowohl dem Image, wie auch der Wissenschaft und der Wirtschaft langfristig schadet.

Es würde dem Alpenland gut anstehen, in die Offensive zu gehen und an die einstige Vorreiterrolle in Sachen Energie- und Umweltpolitik anzuknüpfen. Dies würde bedingen, diesbezügliche Innovationen zu begünstigen und zu unterstützen und auch Tabuthemen aufs Tapet zu bringen. Der von fossilen Energieträgern getriebene Verkehr etwa muss dringend reduziert werden. Mit dem Transport und Konsum vieler klimaschädlicher Güter aus dem Ausland tragen die Schweizerinnen und Schweizer zudem eine grosse Verantwortung für Klimaschutzaktivitäten im Ausland. Mit dem Finanzplatz und der Anlagepolitik der Pensionskassen stünde der Schweiz ein hervorragender finanzpolitischer Hebel zur Verfügung, um eine fossilfreie Energiezukunft zu schaffen. Dies im Einklang mit der Energiestrategie 2050 – der zuletzt leider alle Zähne gezogen wurden. Auch hier: Mit den bisher beschlossenen Massnahmen können die Ziele nur zur Hälfte erreicht werden. Es bräuchte griffige Lenkungsmassnahmen.

Die 67 Organisationen der Klima-Allianz Schweiz aus den Bereichen Umwelt, Entwicklung und Soziales, darunter CIPRA Schweiz, werden am 2. Juni in Bern einen detaillierten Klima-Masterplan für die Umsetzung des Klimaabkommens in der Schweiz präsentieren. Noch ist es nicht zu spät für einen mutigen und angemessenen Aktionsplan der Schweiz. Die Schweiz verfügt über die nötigen Ressourcen, über Geld, Bildung und einen sehr hohen Lebensstandard.

Quellen und weitere Informationen: www.klimaallianz.ch, www.bfe.admin.ch/themen/00526/00527/index.html