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Nachhaltiger Tourismus - ein Thema für Gemeinden

Bild: CIPRA Deutschland

Rund 30 Teilnehmer widmeten sich beim zweiten Workshop „Nachhaltige Kommunalentwicklung“ des Projektes „Alpenkonvention AAA+“ in Sonthofen dem Querschnittsthema Tourismus. Dass veränderte Rahmenbedingungen neue Strategien erfordern, war unter den Anwesenden Konsens. In intensiven Diskussionen und drei Impulsvorträgen zeigte sich, dass sanfte Mobilität, regionale Lebensmittel sowie Umweltschutz gute Anpassungsstrategien sein können. Die Vernetzungen des Tourismus mit anderen regionalen Wirtschaftsfeldern wie dem Handwerk sind hierbei nötig, um eine ausreichende Widerstandsfähigkeit gegenüber ökonomischen wie ökologischen Schwankungen zu erreichen.

Neben positiven Umwelteffekten, sind es vor allem wirtschaftliche Vorteile, die Gemeinden dazu bewegen, ihre touristische Ausrichtung an den Prinzipien der Nachhaltigkeit zu orientieren. Diese Erfahrung machte Eva Grabenweger vom Netzwerk „Alpine Pearls“, in dem alpenweit 24 Gemeinden zusammengeschlossen sind. Das Hauptaugenmerk dieser Gemeinden liegt auf der sanften Mobilität. Dem Gast soll ermöglicht werden mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen und vor Ort dennoch mobil ohne Abstriche zu sein. Im Gegenteil, durch das Motto „Vorteile, statt Verbote“ erwartet den Gast ein buntes Angebot, das sich gleichzeitig auch positiv für die einheimische Bevölkerung und die regionale Wirtschaft auswirkt.

Auch Andreas Eggensberger, Geschäftsführer des Biohotel Eggensberger in Hopfen am See, setzt voll auf positive Anreize für seine Gäste, sich in ihrem Urlaub auf die sanfte Mobilität einzulassen. Dazu stellt er einen Shuttleservice vom nächsten Bahnhof sowie zahlreiche Elektromobile vor Ort zur Verfügung. Aber auch biologisch erzeugte, regionale Lebensmittel und erneuerbare Energien (Photovoltaik, energetische Abfallverwertung) machen das Biohotel in vielerlei Hinsicht zu einem Vorreiter.

Ein Thema das nur auf den zweiten Blick mit Tourismus zu tun hat stellte abschließend Heidrun Bichler-Ripfel, Leiterin des Instituts für angewandte Gewerbeforschung der Wirtschaftskammer Österreich, vor. In einer Studie untersuchte sie die Zukunftschancen des traditionellen Handwerks in Österreich. Danach ist „das traditionelle Handwerk mehr als Produkt und Dienstleistung“. Denn gerade nachhaltiger Tourismus baut auf gelebte Handwerksstrukturen auf, die nötig sind, um den Tourismus einerseits zu unterstützen und zu ergänzen sowie andererseits Arbeitsplätze und Lebensqualität für die ansässige Bevölkerung zu liefern.

In der anschließenden Diskussion wurde dem Thema der sanften Mobilität im Allgäu viel Raum gegeben. Verschiedene Gästekarten mit Mobilitätsangeboten (Königscard, Allgäu-Walsercard) werden von den Gästen sehr gerne angenommen, stoßen jedoch auf Grund von politischen und technischen Fragen an ihre Grenzen. Hier braucht es Unterstützung, die von Kommunen, Netzwerken oder Tourismusverbänden. Auch im Handwerk ist Vernetzung ein goldener Weg. Der „Werksraum“ in Vorarlberg wurde als vorbildliches Beispiel angebracht: “In einer Plattform für Kultur, Tourismus und Handwerk werden  spezifische Kompetenzen erfahrbar“.

 

Schließlich stimmten alle Anwesenden zu, dass eine Gemeinde die vielen Schritte hin zu einem nachhaltigen Tourismus nicht alleine gehen muss. Von und miteinander lernen, ist eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben. Die Alpenkonvention kristallisierte sich als Dach heraus, unter dem diese Kooperationen entstehen können.