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Klimaschutz. Lokal. Vernetzt.

Bild: CIPRA Deutschland

In Murnau am Staffelsee kamen zum dritten Workshops im Rahmen des Projekts „Alpenkonvention AAA+“ knapp 40 Akteure aus der Kommunalentwicklung zusammen, um über lokalen Klimaschutz zu diskutieren. Drei Impulsvorträge führten die Notwendigkeit dieses Themas nochmals sehr deutlich vor Augen und zeigten entsprechende, niedrigschwellige Handlungsoptionen für Kommunen auf. Die anschließende Diskussion vertiefte diese Themen und zeigte ein deutliches Bekenntnis zum Klimaschutz auf kommunaler Ebene aber eben auch die Auswirkungen fehlender Unterstützung der übergeordneten Politikebenen.

Unzählige anerkannte Studien dokumentieren das Voranschreiten des Klimawandels weltweit. Die meisten darin beschriebenen Phänomene scheinen weit weg und sind es meist auch. Prof. Harald Kunstmann vom KIT-Campus Alpin zeigte mit aktuellsten, hochaufgelösten Hochrechnungen die Auswirkungen auf die Region. Dabei bestätigte was viele bereits ahnten: die Temperatur und Niederschlagszuwächse sind in den Bergen nochmals höher als in niedrigeren Höhenlagen. Heute als ungewöhnlich heiß wahrgenommene Sommer werden in Zukunft der Normalfall sein. Die Lippenbekenntnisse von Bundes- und Staatsregierung sind keine angemessene Reaktion. Es ist an den Kommunen Maßnahmen zu ergreifen.

Auch die Gründung der Bürgerstiftung Energiewende Oberland beruht auf der Erkenntnis, dass die Energiewende nur durch aktives Handeln vor Ort ein Erfolg werden kann. Der Geschäftsführer Stefan Drexlmeier zeigte viele verschiedene Handlungsoptionen zur Steigerung der Energieeffizienz auf. Er rief die Teilnehmer dazu auf aktiv zu werden und sich bei Bedarf auch gerne an die EWO zu wenden. Schließlich haben die Stiftergemeinden und -landkreise das Ehrgeizige Ziel gesetzt, dass sich das Oberland bis 2035 vollständig aus erneuerbaren Energien versorgt.

Schließlich stellte Cornelia Siuda noch eine weitere Maßnahme zum Klimaschutz vor, die einem bei diesem Thema vielleicht nicht unmittelbar in den Sinn kommt. Sie ist Managerin im Klimaschutzprogramm Bayern 2050 an der Regierung von Oberbayern und setzt sich für die Renaturierung der bayerischen Moore ein. Denn ein naturnahes Moor bindet große Mengen CO2 und andere Treibhausgase die sonst in die Atmosphäre gelangen würden. Diese Maßnahmen sind dabei nicht nur äußerst effektiv und kostengünstiger im Vergleich zu anderen Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasen, sondern dienen auch noch dem Naturschutz. Aus diesem Grund stellt die Staatsregierung für diesen Teilbereich des Klimaschutzprogramms Bayern 2050 umfangreiche Finanzmittel zur Verfügung, von denen auch Kommunen profitieren können.

Die anschließende Diskussion zeigte deutlich, dass die Akteure der Kommunalentwicklung den Handlungsbedarf deutlich vor Augen haben, in ihren Handlungsoptionen jedoch eingeschränkt sind. Hier müssten deutliche Bekenntnisse der Bundes- und Staatsregierung zu den von ihnen eingegangen (Selbst-)Verpflichtungen folgen. Mit entsprechender finanzieller Unterstützung müsste Klimaschutz vom Kür- zum Pflichtprogramm für Kommunen erhoben werden, ähnlich wie es beispielsweise auch beim Thema Barrierefreiheit funktioniert. Auch haben Kommunen ein Kapazitätsproblem in den Verwaltungen das durch die längerfristige Förderung von entsprechenden Stellen (Klimaschutzmanager) gelöst werden muss.

Aber auch auf lokaler bzw. regionaler Ebene besteht Handlungsbedarf. Hier muss das Kirchturmdenken unbedingt überwunden werden und mehr in Netzwerken gedacht werden. Dass dies vor allem in den Bereichen Energie und Klimaschutz funktionieren kann, zeigen beispielsweise die Erfolge der EWO.