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Lernen von Pionieren: Die CIPRA vermittelt gute Beispiele für den Umgang mit dem Klimawandel (c) CIPRA International

Alles Wissen ist unnütz, wird es nicht angewendet. Die Handlungsanleitungen der CIPRA weisen in Zeiten des Klimawandels den Weg durch das unberechenbar gewordene Gelände.

Ein Bürgermeister einer kleinen bayerischen Gemeinde sitzt an seinem Schreibtisch. Er starrt auf die Schadenstabelle und stösst einen Seufzer aus. Das Hochwasser im Mai kostet die Gemeinde viel Geld, eine Hitzewelle im Spätsommer führte zu Ernteausfällen. Wir müssen etwas dagegen tun, denkt er. Aber was?
So wie dem Bürgermeister geht es vielen EntscheidungsträgerInnen im Alpenraum. Im letzten Jahrhundert sind die Temperaturen in den Alpen fast doppelt so stark gestiegen wie im weltweiten Durchschnitt. Starker Regen oder verdorrte Alpwiesen sind die Folgen - mit den damit verbundenen wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen. Die CIPRA zeigt Möglichkeiten auf, wie damit umgegangen werden kann. Intakte Feuchtgebiete zum Beispiel saugen Wasser wie Schwämme auf und schützen so vor Hochwasser. Viele dieser Gebiete, so auch das bayerische Gemeindemoor, sind jedoch in einem schlechten Zustand. Eine einfache und kostengünstige Massnahme zur Aufwertung ist Gebüsch und Sträucher zu entfernen, damit das Moor wieder wachsen kann. Die Vorteile liegen auf der Hand: Wasser wird gespeichert, Kohlenstoff gebunden und wertvolle Räume für Menschen, Tiere und Pflanzen werden geschaffen.
Wissen wie dieses zu sammeln, aufzubereiten und zu vermitteln, damit hat die CIPRA viel Erfahrung. Guidelines, Hintergrundberichte und Ratgeber übersetzen wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis und weisen wie Bergführer den Weg durch unwegsames Gelände. Pioniere der nachhaltigen Entwicklung, ob PolitikerInnen, Wirtschaftstreibende oder Energiebeauftragte, geben Hintergrundinformationen und zeigen, wie Fehler vermieden werden. So informieren die CIPRA-compacts über Massnahmen zu Klimaschutz und Klimaanpassung, in zehn Bereichen von Landwirtschaft bis Raumplanung. Ein Leitfaden, erarbeitet im alpenweiten Projekt Alpstar (siehe Kasten), zeigt, wie Energie effizienter genutzt und die Nachfrage durch regionale grüne Energie gedeckt werden kann. Aus dem Projekt C3-Alps geht ein Ratgeber hervor mit Tipps, wie das Thema Anpassung an den Klimawandel vermittelt, argumentiert und visualisiert werden kann.
Der oben genannte Bürgermeister könnte zum Beispiel mit Überzeugungsarbeit und der Hilfe von UmweltexpertInnen Freiwillige motivieren, mit Axt und Motorsäge das Gemeindemoor wiederzubeleben. So wird seine Gemeinde geschützt und fit für die Zukunft gemacht.

Jakob Dietachmair
CIPRA International

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ENTSPANNT ZUR ARBEIT
Mit Alpstar zeigen Partner aus allen Alpenländern, wie der CO2-Ausstoss im Alpenraum reduziert werden kann. Damit wird ein Beitrag zur Umsetzung des Klima-Aktionsplans der Alpenkonvention geleistet. In der Pilotregion Alpenrheintal motivieren Vorarlberg/A, Liechtenstein und der Kanton St. Gallen/CH Pendelnde dazu, ihren Arbeitsweg mit nachhaltigen Verkehrsmitteln zu bewältigen. CIPRA International und das Energieinstitut Vorarlberg koordinieren die Aktivitäten in deren Auftrag. Alpstar wird vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und von Liechtenstein unterstützt.
www.cipra.org/klima

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Wie anpassen an den Klimawandel?
Das Projekt C3-Alps schliesst die Kluft zwischen theoretischem Wissen über Anpassungsstrategien an den Klimawandel und der Anwendung in der Praxis. Es bündelt Erkenntnisse aus vorangegangenen Klimaprojekten im Alpenraum und macht diese regionalen und nationalen
Entscheidern zugänglich.
CIPRA International ist Auftragnehmer des Amtes für Umwelt in Liechtenstein sowie der Handwerkskammer für München und Oberbayern/D. C3-Alps wird vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und von Liechtenstein unterstützt.
www.cipra.org/klima

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Quelle: Jahresbericht 2013, CIPRA International, www.cipra.org/jahresberichte