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Gezerre um Naturjuwel

Unterirdische Wohntanks anstelle des alten Ausflugsgasthauses: Der Streit um das Hotelprojekt am Obernberger See/A geht weiter. © Epiphonication / flickr.com

Seit sechs Jahren ist ein Hotelprojekt am Obernberger See in Tirol/A ein Zankapfel. Ein Gutachten sieht nun das geschützte Landschaftsbild massiv gefährdet.

Der Obernberger See ist ein beliebtes Ausflugsziel und seit 1935 ein bestehendes Naturschutzdenkmal. Der in die Jahre gekommene Alpengasthof wurde geschlossen und sollte durch eine futuristische Seminar-Hotelanlage mit in den Boden eingelassenen Wohntanks ersetzt werden. Die Bezirkshauptmannschaft bewilligte das Projekt vor drei Jahren, es gab jedoch Widerstand. Die Tiroler Landesumweltanwaltschaft legte dagegen Berufung ein und eine unabhängige Interessengemeinschaft setzte sich für den Erhalt des sensiblen Seegebiets Nösslachjoch-Obernberger See-Tribulaune ein.

Unterstützung für den Schutz des Naturjuwels gab es von Seiten der Tiroler Naturschutzreferentin und Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe: «Der wildromantische Obernberger See fällt definitiv in diese Klasse [der Naturjuwele] und ist auch als Landschaftsschutzgebiet ausgezeichnet. Hier ist äusserste Sensibilität gefragt.» Ein von der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck-Land in Auftrag gegebenes Gutachten belegt nun: Das Projekt ist (umwelt)unverträglich.

Eine Behördenentscheidung soll nach neuerlicher Anhörung der Parteien bald getroffen werden. Mittlerweile brachte die Betreiberfamilie gegen die grüne Landeshauptmann-Stellvertreterin eine Sachverhaltsdarstellung wegen Amtsmissbrauchs ein. Die unendliche Geschichte ist um ein Kapitel reicher.

Quelle und weitere Informationen:


www.cipra.org/de/cipra/oesterreich, www.obernbergersee-in-gefahr.at, www.tt.com/politik/landespolitik/11830754-91/projektbetreiber-legt-beschwerde-gegen-felipes-weisung-ein.csp