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Standpunkt: Eine Strategie für die Menschen in den Alpen

Andreas Pichler, Geschäftsführer von CIPRA International © Marcel Hagen

Die Europäische Strategie für die Alpen soll neue Beziehungen schaffen zwischen Alpenregionen und Umland. Dafür braucht es eine Moderation, die auf einen Ausgleich der Interessen und eine nachhaltige Entwicklung abzielt, fordert Andreas Pichler, Geschäftsführer von CIPRA International.

Der Startschuss für die Umsetzung der Europäischen Strategie für den Alpenraum (Eusalp) ist im Februar 2016 mit einer Konferenz im slowenischen Brdo gefallen. Mittlerweile zeichnet sich das Prozedere ab, und der Wettbewerb der Interessen gewinnt an Fahrt. Die CIPRA kann sich in zwei von insgesamt neun Aktionsgruppen einbringen, nämlich zu den Themen der natürlichen Ressourcen (Gruppe 6) und der ökologischen Vernetzung (Gruppe 7).

Das Vorgehen, die Zusammensetzung und die Ziele der verschiedenen Aktionsgruppen sind sehr unterschiedlich. Umso wichtiger ist es, dass die LeiterInnen der Aktionsgruppen und die Gremien der Eusalp für einen fairen Austausch der Interessen und für eine lösungsorientierte Arbeitsweise sorgen, damit starke Akteure in Schach gehalten und die gemeinsame Vision einer nachhaltigen Entwicklung in den Alpen im Vordergrund steht.

Im Zentrum der Eusalp stehen nämlich die Menschen in den Alpen und deren Aktivitäten, und nicht das räumliche Anwendungsgebiet. Die CIPRA hat von Anfang an auf einen Einbezug der Zivilgesellschaft gepocht. Deren Vertretung muss in allen Arbeitsgruppen und auf allen Ebenen sichergestellt sein. Die Mitglieder der Arbeitsgruppen müssen dafür sorgen, dass nicht nur Wachstum und wirtschaftliche Entwicklung im Vordergrund stehen, sondern auch die Anliegen von Natur und Gesellschaft berücksichtigt werden. Nachhaltige Entwicklung sollte als Querschnittthema in allen Arbeitsgruppen verankert werden.

Besinnen wir uns auf die Ziele der makroregionalen Strategien, die einen «ortsbezogener» Politikansatz verfolgen: Nicht nur die Verankerung von europäischen Politiken in den Regionen wird angestrebt, sondern auch die Berücksichtigung von regionalen Charakteristika, Potenzialen und Herausforderungen von grösseren, staatenübergreifenden Teilräumen mit einem funktionalen Bezug – wie die Alpen. Diese Charakteristika, Potenziale und Herausforderungen müssen erst gemeinsam und kooperativ ausgelotet und abgeglichen werden.

Eine nachhaltige Regionalentwicklung bezieht sich auf das Gemeinwohl, auf das kulturelle, landschaftliche und natürliche Erbe sowie auf der Bewahrung der Gemeingüter in den Alpen. Die Alpenkonvention kann hier als Grundlage dienen, wenn es den handelnden Akteuren, darunter NGOs wie die CIPRA, gelingt, diese mit den Zielen der Eusalp zu verzahnen und dort für eine alpenverträgliche Entwicklung einzustehen. Das ist eine kooperative Knochenarbeit für alle – wir sind bereit dazu.

Quellen und weitere Informationen:

www.cipra.org/de/news/alpenraumstrategie-in-den-startloechern, www.cipra.org/de/positionen/118www.ec.europa.eu/regional_policy/en/policy/cooperation/macro-regional-strategies/alpine/ (en)