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Die Alpen im Fokus der Klimapolitik

Klimapolitik setzt auf Gemeinden: Andreas Pichler, Jochen Flasbarth, Heike Summer und Helmut Hojesky an der COP23 (v.l.n.r.) © Eike Christiansen/BMUB

Die Temperaturen steigen in den Alpen schneller als im globalen Durchschnitt. Nicht nur auf der Weltklimakonferenz in Bonn/D wird nach Lösungen gesucht.

Von 6. bis 17. November 2017 tagt die Weltklimakonferenz, kurz COP23, in Bonn/D. Gastgeber ist die Südseeinsel Fidschi. Aber auch Bergregionen wie die Alpen sind vor Ort vertreten. Im sensiblen Ökosystem ist die Klimaerwärmung für die AlpenbewohnerInnen tagtäglich spürbar: Gletscher schmelzen, Berge stürzen ein, Gewässer treten über die Ufer und Schnee bleibt aus. Schon 2015 wurde auf der COP21 in Paris versucht, mit dem Klimaappell der Alpengemeinden die Position der Alpengemeinden auf das Verhandlungstapet zu bringen. Mit dem Ziel, auf die Wichtigkeit verbindlicher und ambitionierter Ziele hinzuwirken.

Das Ziel «klimaneutrale Alpen bis 2050», das sich die Alpenstaaten 2016 bei der Alpenkonferenz in Grassau/D gesteckt haben, ist noch in weiter Ferne. Die Gründung eines Alpinen Klimabeirats soll helfen. VertreterInnen aus allen Alpenstaaten überarbeiten gemeinsam den Klimaaktionsplan der Alpenkonvention von 2009 und definieren Umsetzungsmassnahmen. Wie Helmut Hojesky, Vorsitzender des Alpinen Klimabeirats, der CIPRA im Interview erzählt, hat der Klimabeirat bereits einen Bericht über bestehende Initiativen zum Klimawandel verfasst, auf dessen Basis mögliche Handlungsfelder identifiziert werden konnten. «Die grösste Herausforderung besteht darin, Klimaschutz und Klimawandelanpassung bestmöglich in die zukünftigen Mandate und laufenden Aktivitäten einfliessen zu lassen», so Hojesky.

Klimaschutz von unten

Bei der Umsetzung setzen die Alpenstaaten auf ihre Gemeinden. Die Zusammenarbeit mit Gemeinden birgt grosses Potenzial. Ihre Nähe zu den BürgerInnen macht sie zu effektiven Partnern im Klimaschutz. Am 6. November 2017, dem Eröffnungstag der COP23, wurde die «Klimapartnerschaft der Alpengemeinden» präsentiert. Zusammen mit den Gemeindenetzwerken «Allianz in den Alpen» und «Alpenstadt des Jahres» sowie mit Unterstützung des Deutschen Bundesumweltministeriums will CIPRA International die Rolle der Gemeinden und Städte im Alpenraum für mehr Klimaschutz in den kommenden Jahren stärken.

Rahmenbedingungen und Ressourcen sind allerdings von den Regierungen zu stellen. Die Zuständigkeiten müssen klar sein. Während die Politik das Reden und Entscheiden grösstenteils für sich beansprucht, passiert auf der Handlungsebene vergleichsweise wenig. Das muss kein Problem sein, wenn die Zuständigkeiten in der Umsetzung und die Rahmenbedingungen klar sind. Andreas Pichler, Geschäftsführer von CIPRA International, fordert: «Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es.» In diesem Sinne hätten viele Gemeinden und ihre engagierte Bevölkerung Klimaschutz ganz zuoberst auf ihre Agenda gesetzt. «Von ihnen können andere Gemeinden, aber auch die Politik auf höheren Ebenen lernen», so Pichler.

Erste Einblicke in die Aktivitäten des Alpinen Klimabeirats gibt das Ständige Sekretariat der Alpenkonvention: Der Bericht und eine Broschüre zum Thema «Klimawandel – Auswirkungen auf die Alpen und was wir tun können» sind auf der Internetseite der Alpenkonvention abrufbar.

 

Quellen und weitere Informationen:

www.cop-23.org (en) , http://enb.iisd.org/climate/cop23/enbots (en) , www.cipra.org/de/positionen/klimaschutz-jetzt , www.alpconv.org/de/organization/groups/AlpineClimateBoard/default.html , www.alpconv.org/de/publications/brochures/default.html , www.bmub.bund.de/themen/nachhaltigkeit-internationales/int-umweltpolitik/alpenkonvention/partnerschaft-der-alpenkommunen-fuer-mehr-klimaschutz-auf-der-cop-23-vorgestellt , http://alpenallianz.org , www.alpenstaedte.org