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Da waren es nur noch zwei

Die Kampane gegen Olympische Winterspiele in Sion war erfolgreich. © Olympia2026Nein/facebook

Nach dem Nein aus Sion/CH bleiben für Olympia 2026 noch zwei Kandidaten in den Alpen. Doch auch hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. (Aktualisierung: Zwei Tage nach dem Erscheinen unseres Newsletters ist auch die Stadt Graz/A als Kandidatin für Olympia 2026 ausgeschieden. Das Österreichische Olympische Komitee machte einen Rückzieher. Somit bleibt nur noch eine Olympia-Kandidatur aus den Alpen.)

Nach Innsbruck/A, Graubünden/CH und München/D hat sich auch die Bevölkerung des Schweizer Kantons Wallis gegen eine Kandidatur Sions für die Olympischen Winterspiele 2026 entschieden. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) bedauert den Ausgang der Volksabstimmung und damit ein weiteres «Nein» aus einem «traditionellen Wintersportland», wie die Alpenländer vom IOC bezeichnet werden. Stefan Grass, Leiter des Komitees Olympiakritisches Graubünden, hat die Abstimmung im Wallis mitverfolgt. Ihn überrascht das Ergebnis nicht: «Viele Menschen wollen die Belastungen, die eine Austragung Olympischer Winterspiele nach dem Host City Vertrag des IOC mit sich bringt, nicht in Kauf nehmen.» Das finanzielle Argument wiegt am schwersten, doch auch in ökologischer und verkehrspolitischer Hinsicht wirft das Grossereignis Fragen auf. Das zeigt auch die CIPRA in ihrem Positionspapier «Olympiafreie Alpen».

In Graz/A, das nach wie vor auf der Liste potentieller Austragungsorte zu finden ist, wird das Verlangen nach Antworten auf derlei Fragen ebenfalls lauter. Tina Wirnsberger, Grazer Stadträtin für Umwelt, nahm den Besuch von IOC-Vizepräsident Juan Antonio Samaranch zum Anlass, Fragen zu Finanzierung, Sicherheit und Verträgen zu stellen. «Konkrete Antworten gabs keine, aber viel Werbung für ‘Olympische Werte‘», schrieb sie danach auf Twitter. Einstweilen sammelt die olympiakritische KPÖ Graz (Kommunistische Partei) Unterschriften, um eine Volksbefragung zu erzwingen. Aktuell fehlen noch etwa 500 von 10‘000 Unterschriften. In Italien, wo Cortina d’Ampezzo, Mailand und Turin ihr Interesse an einer Austragung ausgesprochen haben, laufen ebenfalls Diskussionen. Auch hier stehen Fragen nach den erwarteten Kosten – finanziell sowie ökologisch – im Vordergrund. Davon können auch lautstarke Inszenierungen wie der kürzlich in Turin veranstaltete Pro-Olympia-Flashmob nicht ablenken.

 

Quellen und weiterführende Informationen:

www.olympia-nein.ch/go/aktuelles/meldungen/sinon.php , www.lematin.ch/suisse/sion-2026-5105/story/14427188 (fr), www.cipra.org/de/positionen/120 , www.kleinezeitung.at/steiermark/chronik/5450952/IOCVizepraesident-im-Rathaus_Fuer-Winterspiele-braucht-Graz-ein , twitter.com/tinawirnsberger/status/1009793570184859648 , www.kpoe-graz.at/nein-zu-olympia-2026-in-der-schweiz.phtml, www.ilfattoquotidiano.it/2018/03/11/olimpiadi-invernali-2026-quattro-motivi-per-cui-sono-contrario-alla-ricandidatura-di-torino/4216316 (it), www.rainews.it/dl/rainews/articoli/Olimpiadi-a-Torino-tensione-in-Giunta-M5S-Sindaco-Appendino-Se-non-passano-si-va-tutti-a-casa-f4bc3d77-771d-4588-a376-71fa6315f9d9.html (it), www.futura.news/2018/06/23/olimpiadi-paralimpiadi-torino-2026-un-flash-mob-olimpico-piazza-castello-dire-si-candidatura-fotogallery (it)

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