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Boden: mehr als nur Bauland

Nendaz/CH geht vorbildlich voran bei der Rückzonung von Bauland. © Vasile Cotovanu / flickr.com

Die Bevölkerung spricht sich immer wieder für den Schutz des Bodens aus. Gesetzliche Bestimmungen sind auf dem Weg, bei der Umsetzung hapert es. Eine Alpenrundschau im Internationalen Jahr des Bodens 2015.

Die Europäische Union hat bislang kein umfassendes gesetzliches Instrument für den Grund, auf dem wir leben. Ein solches will die Kampagne «people4soil» mit einer Europäischen Bürgerinitiative fordern. Der Boden soll zum Gemeingut erklärt und Massnahmen wie ein Monitoringsystem oder Sanierungsprogramme sollen eingeleitet werden. Bislang unterstützen rund 80 Organisationen die Kampagne. Sie sammeln ab 2016 Unterschriften, damit sich das EU-Parlament mit diesem wichtigen Thema befasst.

Dass Europa eine Verminderung der Bodenqualität teuer zu stehen kommt, rechnet der Bericht «The Value of Land» vor. Die weltweite Initiative «The Economics of Land Degradation» will damit zu einer Trendumkehr der nicht nachhaltigen Landnutzung beitragen.

In einigen Alpenländern gibt es nationale Vorgaben für den Bodenschutz. In der Schweiz beispielsweise müssen die Kantone nach der Revision des Raumplanungsgesetzes von 2014 ihre Bauzonen prüfen und gegebenenfalls verkleinern. Während die Kantone noch an der Umsetzung feilen, gehen einzelne Gemeinden mit gutem Beispiel voran. So hat Nendaz im Wallis mit breiter Zustimmung der BürgerInnen ein grosses Stück Bauland wieder in die Landwirtschaftszone zurück gezont.

Auch in Frankreich gibt es mit dem Gesetz «Loi Grenelle 2011» nationale Vorgaben für einen sparsamen Umgang mit dem Boden. In einigen Alpenregionen müsste Bauland rückgezont werden. Die Umsetzung stösst indes auf den Wiederstand vieler Gemeinden; es gibt bisher nur wenige Beispiele für eine gelungene Umsetzung der nationalen Zielsetzung in lokalen Raumnutzungsplänen. Und wie sieht es im Nachbarland aus? «In Italien fehlt auf nationaler Ebene der gesetzliche Rahmen für den Bodenschutz», sagt Damiano di Simine, Vize-Präsident von CIPRA International und Mitinitiator von «people4soil». Immerhin: Auf lokaler Ebene gibt es erste Bestrebungen, den Bodenverbrauch zu verringern.

Quellen und weitere Informationen:

http://www.people4soil.eu

http://www.market.at/de/market-aktuell/news/entity.detail/action.view/key.1278.html

http://www.euractiv.de/sections/entwicklungspolitik/land-sicht-den-wert-unseres-bodens-erkennen-317614

http://www.vlp-aspan.ch/de/aktuell/walliser-gemeinde-macht-ernst-mit-der-rueckzonung

http://www.vlp-aspan.ch/fr/actualite/une-commune-valaisanne-dezone-drastiquement (fr)