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Bewirtschaften oder abserbeln lassen?

Historische Bahnlinien wie die von Cuneo nach Nizza bergen grosses touristisches Potenzial. © Antonio Mattinetti / flickr.com

Während Milliardensummen für neue alpenquerende Eisenbahnprojekte zur Verfügung gestellt werden, drohen historische Zugverbindungen geschlossen zu werden. Ein angepasstes Angebot könnte indes auch neue Bahnfahrende anlocken.

Seit kurz vor Weihnachten verkehren keine Züge mehr zwischen Aosta und Pré St. Didier in den italienischen Westalpen. Um die 31 Kilometer lange, 1929 eröffnete Strecke in Betrieb zu halten, bedarf es Investitionen. Weder die italienische Region Aostatal noch die italienischen Staatsbahnen RFI sind bereit, Mittel zur Verfügung zu stellen. Zu wenige Passagiere würden den Dienst in Anspruch nehmen, heisst es. Der Anthropologe und profunde Kenner der Alpen, Annibale Salsa, ist der Meinung, die Bahnstrecke gehöre nicht geschlossen, sondern erweitert. «Ein Schienenangebot, das den Anforderungen der Zeit angepasst ist, könnte neue Besucherströme anlocken.» Die Verlängerung der Strecke bis nach Courmayeur mit direkter Anbindung an die Talstation des Mont Blancs wäre das Tüpfelchen auf dem «i» und ausserdem in der Lage, dem touristischen Angebot des Tals einen entscheidenden Mehrwert zu verleihen.

Ähnliches droht einer weiteren historischen Strecke: Cuneo-Nizza. Diese wird von der deutschen Zeitschrift «Hörzu» zu den zehn schönsten Bahnstrecken der Welt gezählt. Die Zugverbindung wurde noch nicht eingestellt, doch die Züge verkehren in einer stark verminderten Frequenz. Unterhaltsarbeiten wären erforderlich. Diese gingen laut des derzeit geltenden Übereinkommens zwischen Frankreich und Italien vorwiegend zu Lasten Italiens. Das Übereinkommen hat Überholungsbedarf, Frankreich wäre dazu bereit. Die Verhandlungen treten jedoch an der Stelle.

Dort, wo man in ein verbessertes Leistungsangebot und einen nutzerfreundlichen Taktverkehr investiert hat, wurden erfolgreiche Alternativen zum eigenen Auto geschaffen. Zum Beispiel im Pustertal oder im Vinschgau in Südtirol, wo die Eisenbahnlinien generalüberholt wurden, sind diese heute Vorzeigeobjekte für Pendler- und Tourismusverkehr.

Auch in Slowenien beschäftigt man sich mit der Eisenbahn als nachhaltigem Personentransportmittel. CIPRA Slowenien organisiert am 11. Mai 2016 zusammen mit Partnern in Borovnica eine Veranstaltung, an der unter anderem integrierte Lösungen für Bahn- und Radverkehr diskutiert werden.

Quellen und weitere Informationen:

www.lastampa.it/2015/12/24/edizioni/aosta/il-capolinea-dellaostaprstdidier-ma-in-altre-localit-alpine-il-treno-oggetto-di-culto-8wQuNsjhGrUbBmDaeVFfVK/pagina.html  (it), www.lastampa.it/2016/02/15/edizioni/cuneo/ferrovia-torinocuneonizza-fra-le-dieci-pi-belle-del-mondo-jc7TfUmMDhxHZAV4q2rgFK/pagina.html (it), www.italyrivieralps.com/de/2016/02/22/category/schede/read-more/argomenti/places-of-interest/articolo/turin-cuneo-nizza-bahn-zwischen-den-schoensten-in-der-welt.html, www.targatocn.it/2015/12/28/leggi-notizia/argomenti/attualita/articolo/quale-futuro-per-la-cuneo-nizza-se-lo-chiede-il-comitato-ferrovie-locali-di-cuneo.html (it), http://www.ferroviavalvenosta.it/de/555.asp, www.cipra.org/sl/prireditve/vlak-in-kolo-2013-alternativa-za-trajnostno-mobilnost-v-sloveniji (sl)