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Bären: Die Verantwortung liegt bei uns

Wollen wir in Einklang mit Braunbären leben, braucht es Akzeptanz und ein alpenweit abgestimmtes Management. © Stephanie Kroos_flickr

Ein Bär verletzt einen Menschen, zerstört menschlichen Besitz, wird als gefährlich eingestuft, zum Abschuss freigegeben. Ein Ereignis, vor dem sich alle fürchten, so selten es eintrifft. Es geht auch anders.

KJ2 lautete der Name der Bärin, die am 12. August 2017 in der Autonomen Provinz Trient/I geschossen wurde. Sie hatte innerhalb der letzten zwei Jahre zwei Menschen verletzt und galt seither als Problembärin. Dass es in Trient und auch in anderen Alpenregionen vermehrt zu folgenschweren Begegnungen mit Braunbären kommt, liegt jedoch ebenso an den Menschen wie an den Bären.

Galten die braunen Gesellen in vielen Gegenden, unter anderem in Norditalien, über mehr als ein Jahrhundert hinweg als quasi ausgerottet, wachsen mancherorts die Populationen heute wieder an. Als die Provinz Trient im Jahr 1999 das Projekt «Life Ursus» ins Leben rief und zehn Braunbären aus den Dinarischen Alpen importierte, war das Ziel, die Population bis zum Jahr 2030 auf rund 50 Tiere zu steigern. Im Jahr 2016 zählte die Provinz geschätzte 50-60 Bären.

Wer mit dem raschen Anwachsen der Bären- und auch Wolfpopulationen in den betroffenen Alpenregionen nicht mitkommt, sind die Menschen. Über Generationen hinweg entwöhnt, müssen sie den Umgang mit den grossen Beutegreifern erst wieder lernen. «Die grösste Herausforderung, die Bärenpopulation in den Alpen zu sichern, ist die Einstellung der Menschen», erzählt Claudio Groff, der bei der Autonomen Provinz Trient für Bären und andere Grossraubtiere zuständig ist. Die Menschen wissen, dass Bären gefährlich sein können. «Unsere Aufgabe besteht darin, die gesellschaftliche Akzeptanz für Bären zu fördern, aufzuklären und künftigen Konflikten durch gutes Management vorzubeugen», so Groff.

Hier ist die Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure gefragt: Regierungen, Behörden, wissenschaftliche und zivilgesellschaftliche Einrichtungen, Jagd- und Forstverbände – und zwar alpenweit. Initiativen wie die Plattform «Grosse Beutegreifer, wildlebende Huftiere und Gesellschaft» der Alpenkonvention, kurz WISO, oder die länderübergreifenden Projekte «RowAlps» und «Life DinAlp Bear» setzen hier an. Aktuell erarbeiten sie Richtlinien für ein alpenweit abgestimmtes Braunbärenmanagement. Gemeinsames, grenzübergreifendes Kartieren, Recherchieren, Evaluieren, Koordinieren und Sensibilisieren soll ein friedliches Miteinander ermöglichen.

 

Quellen und weitere Informationen:

www.ufficiostampa.provincia.tn.it/Comunicati/Gestione-orso-e-sicurezza-abbattimento-nella-serata-di-ieri-dell-esemplare-pericoloso-KJ2 (it) , www.pnab.it/natura-e-territorio/orso/life-ursus.html (it) , www.alpconv.org/de/organization/groups/wgcarnivores/default.html

Life DinAlp Bear: Guidelines for Common Management of Brown Bear in the Alpine and Northern Dinaric Region (working version September 2017) (en): 

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