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Abflug für Helis

Heli-Tourismus: Die Natur zahlt für diesen Trend einen hohen Preis. © Roderick Eime_flickr

In Zeiten des schrumpfenden Wintertourismus soll Heli-Skiing ein Zubrot bringen. Während es Sportbegeisterte ein paar hundert Euro kostet, zahlt die Natur einen hohen Preis.

Betuchte Wintersportfans lassen sich bequem mit dem Hubschrauber auf Gipfel fliegen, Heli-Biking ist der neueste Trend und die Taxi-Alternative Uber bietet wie etwa beim Hahnenkammrennen in Kitzbühel/A Helikopterflüge auf Abruf an. Angebot und Nachfrage beim Heli-Tourismus steigen, obwohl Fliegen die energieintensivste Art der Mobilität ist. «Aus Umweltsicht besonders störend neben dem Fluglärm die Invasion in sonst unerschlossene Gebirgslandschaften», erklärt Maren Kern, neue Geschäftsführerin von Mountain Wilderness Schweiz. In der Schweiz gibt es aktuell 42 Gebirgslandeplätze. Kürzlich stellte das Bundesverwaltungsgericht im Zuge eines Urteils fest, dass die 2014 beschlossene Festsetzung der Gebirgslandeplätze gravierende rechtliche Mängel aufweist. Nun müssten 22 Landeplätze, die nationale Schutzgebiete tangieren, neu geprüft werden. «Diese Landeplätze gehören endgültig abgeschafft», fordert Mountain Wilderness.

In Italien ist es ähnlich gering reglementiert wie in der Schweiz. Die großzügigen Regeln ermöglichen zudem den französischen Nachbarn ein «Hintertürchen»: Heli-Skiing ist in Frankreich verboten, im Val d'Isère fliegen die Helikopter aber die italienische Seite des Tals an. Von dort führt dann die Abfahrt zurück ins französische Gebiet. In Deutschland und Österreich ist der Heli-Tourismus ebenfalls verboten, für den Arlberg gibt es allerdings eine Ausnahmeregelung: Zwei Berge dürfen unter der Woche angeflogen werden.

 

Quellen und weiterführende Informationen:

http://mountainwilderness.ch/aktuell/einzelansicht/artikel/aufhebung-von-zwei-gebirgslandeplaetzen-rechtswidrig-warum-es-die-umweltverbaende-trotzdem-freut/, https://diepresse.com/home/wirtschaft/eco1848/5350956/Uber-bietet-in-Oesterreich-erstmals-Helikopterfluege-an, www.blick.ch/news/schweiz/umweltschuetzer-toben-wallis-erlaubt-heli-biking-id7744359.html