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Italien: Ski-WM 2005 gefährdet Nationalpark

Bei der Vorbereitung der Skiweltmeisterschaften im oberen Veltlin von 2005 geht es rund: Die Projekte für den Ort Santa Caterina Valfurfa, wo die Damenrennen stattfinden sollen, sind unter Beschuss geraten. Da sich das Skigebiet Santa Caterina Valfurfa im Nationalpark Stilfserjoch befindet, müssten die Projekte bezüglich ihrer Umweltauswirkungen besonders sorgfältig untersucht werden, meinen die Umweltverbände.
Im Frühjahr hat die Nationalparkverwaltung trotz Protesten von Umweltschützern die ersten Waldrodungen zum Bau einer Piste bewilligt. Im Sommer wurden die Pläne für die Aufstiegshilfen vorgestellt. Da diese ein Torfmoor gefährden würden, hat auch der Park seine Zustimmung verweigert. Als Reaktion hat die Region Lombardei beantragt, den Park unter kommissarische Leitung zu stellen.
All das könnte hinfällig sein, denn die Vorbereitungsarbeiten sind bereits in Verzug. Es gilt als wahrscheinlich, dass die Anlagen von Santa Caterina nicht rechzeitig für die Ski-WM fertig gestellt werden können. Die Rennen werden daher alle in Bormio außerhalb des Parks stattfinden.
Seit Jahren versuchen die Organisationen Legambiente und WWF gemeinsam mit der italienischen Vertretung der internationalen Alpenschutzkommission CIPRA einen Kurswechsel für das Event zu erreichen. Bisher haben der internationale Skiverband FIS, die Region Lombardei und das Organisationskomitee eine offene Diskussionsrunde, in der auch Gesichtspunkte des Umweltschutzes und der Sozioökonomie berücksichtigt werden, verweigert.
Darüber hinaus befinden sich die Projekte zum Teil in noch unberührten Gebieten. Ein Beispiel ist das Valle dell'Alpe, ein sehr hoch gelegenes Tal mit einzigartigen geologischen Formationen und einer bedeutenden Population des weißen Rebhuhns.