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Biogas aus Mist: PKW-Treibstoff der Zukunft?

Die Exkremente aus den Tierhaltungen des Schweizer Bergkantons Luzern würden reichen, um jährlich 32.000 Autos mit Treibstoff zu versorgen. Dies belegt die Studie "Biogas der Bauern, der Treibstoff von morgen", die die Arbeitsgruppe SwissFarmerPower kürzlich vorgestellt hat. Die Lufthygiene würde deutlich verbessert und CO2-Emissionen reduziert.
Im Rahmen der Studie hat SwissFarmerPower die technischen, logistischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten der landwirtschaftlichen Biogasproduktion für den Treibstoffmarkt untersucht. Fazit: der Bau grösserer, gewerblicher Anlagen insbesondere für die Direkteinspeisung des aufbereiteten Biogas ins Erdgasnetz ist ökologisch und ökonomisch sinnvoll. Für die Landwirtschaft ergibt sich eine zusätzliche Ertragsquelle.
SwissFarmerPower hat den Kanton Luzern als Beispielregion gewählt, weil dort im schweizerischen Vergleich eine hohe Tierdichte vorhanden ist. Dies macht die landwirtschafltiche Biogasproduktion besonders interessant.
Die hohen Ammoniakemissionen, die für intensiv landwirtschaftlich genutzte Gebiete ein Problem darstellen, lassen sich über die Vergärung der Hofgülle allein nicht reduzieren. Allerdings wären Synergien möglich, indem Anlagen zur Güllenaufbereitung mit Anlagen zur Biogasgewinnung kombiniert werden.
Aus Sicht der Technik sind keine Behinderungen zu erwarten. Die Anlagentechnologie ist erprobt und erste Tankstellen sind vorhanden.
Die Schweizer Gaswirtschaft will das Tankstellennetz massiv ausbauen. Die Zahl von aktuell 27 Gastankstellen in der Schweiz soll bis 2010 auf 100 steigen. Damit könnten 50.000 Gasfahrzeuge betrieben und jährlich rund 30.000 Tonnen CO2 weniger freigesetzt werden. Die Verhandlungen zwischen den Biogasproduzenten und der Gasindustrie bezüglich der Übernahme von aufbereitetem Biogas zu marktfähigen Preisen sind bereits angelaufen.
Die Reduzierung der Mineralölsteuer für Gastreibstoffe ist nach Ansicht von SwissFarmerPower zur Verbesserung von Luft und Klima unerlässlich.
Info und Abschlussbericht der Studie: www.itz.ch (de)