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Waldbrände in den Alpen

Die Trockenheit, die derzeit in Europa herrscht, ähnelt immer mehr der dramatischen Situation von 1976. In Frankreich werden die Südalpen momentan von bedeutenden Waldbränden heimgesucht. Am 30. Juli waren in den Seealpen ca. 400.000 Haushalte ohne Elektrizität, damit die Löschflugzeuge die Waldbrände ungehindert bekämpfen konnten.
Bisher wird die Trockenheit, die seit Februar andauert, von den Experten nicht als dramatisch bezeichnet. Im Gegensatz zu den noch ausreichend wasserführenden tief liegenden Grundwasserreservoirs sind die Grundwasserpegel in Flussgebieten auf einem deutlich niedrigeren Stand als gewöhnlich. Sollte sich an der Wetterlage im August gegenüber Juni und Juli nichts ändern, ist vor allem in den Bereichen Landwirtschaft und Trinkwasserversorgung mit enormen Problemen zu rechnen.
Die Landwirtschaft leidet besonders unter der aktuellen Situation: es herrscht Mangel an Grünfutter, und in den westlichen Alpen haben zahlreiche Viehhälter bereits begonnen, die Wintervorräte zu verfüttern.
Die Situation der Waldbrände verschlechtert sich seit Mitte Juli. In der Region Provence-Alpes-Côte d'Azur sind bereits über 8000 Hektar Wald in Flammen aufgegangen, vier Menschen sind dabei zu Tode gekommen.
Die Waldbrände haben in der Ebene weniger dramatische Auswirkungen als in Berggebieten, wo das unzugängliche Gelände die Löscharbeiten erschwert. Nach einem Brand kahl gewordene Flächen unterliegen einer starken Erosion, wodurch sich die Rückkehr der Pflanzendecke verlangsamt und unterhalb gelegene Infrastrukturen gefährdet werden. Die von Klimaforschern beobachtete Tendenz zu immer stärkeren Niederschlägen in kürzerem Zeitraum verstärkt die Erosion.
Auch mehrere Kantone in den Schweizer Alpen sind vom Waldbrandrisiko betroffen. Die Behörden haben für den kommenden Nationalfeiertag am 1. August Feuer, Raketen oder andere Feuerwerkskörper untersagt.
Quellen: Le Monde 29.07.2003, SDA, www.incendiboschivi.org/docum/prevenz/alpi (it)