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Kleine Gemeinde baut Leuchtturm-Projekt

In Auzet steht Frankreichs höchstgelegenes soziales Wohngebäude in Passivbauweise. © Jean-Loup Bertez

Frankreichs erstes soziales Wohngebäude im Passivhausstandard auf 1'300 Metern Höhe steht in der kleinen Berggemeinde Auzet. Am 15. Februar 2014 wurde das Gebäude eingeweiht. Nicht nur deshalb haben die BewohnerInnen, UnterstützerInnen und der Bürgermeister Roger Isoard einen Grund zu feiern.
Die EinwohnerInnen von Auzet kennen sich alle persönlich. 96 Menschen leben in dem kleinen Dorf auf rund 1'300 Metern im Departement Alpes-de-Haute-Provence. Roger Isoard ist einer von ihnen und der Bürgermeister. Das Haus inmitten seines Dorfs, das sich ab März 2014 mit Leben füllen wird, ist ein Leuchtturm-Projekt: Das Gebäude ist das erste soziale Wohngebäude Frankreichs, das vom nationalen Verband für Passivhäuser zertifiziert wurde und gleichzeitig eines der höchstgelegenen. Die BewohnerInnen zahlen pro Jahr noch etwa 100 Euro für das Heizen ihrer Räumlichkeiten.

Das Engagement der Gemeinde
Begonnen hatte alles mit einer Reise nach Vorarlberg. Roger Isoard hatte 2007 an einer Studienreise der Internationalen Alpenschutzkommission CIPRA teilgenommen, Passivhäuser angeschaut, mit österreichischen AmtskollegInnen und ArchitektInnen diskutiert. "Das Gesehene und Erlebte machte Eindruck auf uns, zeigte uns Wege auf, wie wir unsere Gebäude nicht nur schön, sondern auch energetisch und ökonomisch gut bauen können", so Isoard.
Die nötigen Ressourcen, um das Gelernte im sozialen Wohnungsbau anwenden zu können, fand die Gemeinde Auzet durch eine Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden: Die "Communauté de communes du Pays de Seyne" übernahm die offizielle Trägerschaft des Bauprojekts. Unterstützung kam ausserdem vom Gemeindenetzwerk "Allianz in den Alpen" und der CIPRA. Mehrere regionale Betriebe begannen 2013 mit den Arbeiten und sammelten so selbst Erfahrung im energieeffizienten Bauen.

Die Erfahrung der anderen
Das soziale Wohngebäude in Auzet weist den Weg. Es steht für die Möglichkeiten, die auch kleine Gemeinden haben, energieeffizient zu bauen und dabei soziale Aspekte gleichermassen zu berücksichtigen wie ökologische und ökonomische. "Die Gemeinde Auzet liess sich vom Ausmass des Projekts nicht einschüchtern, sondern zeigte Willensstärke und Ausdauer", so Claire Simon, Geschäftsführerin von CIPRA International. "Wenn solch ein Vorhaben in einer kleinen Kommune umgesetzt werden kann, dann können auch viele andere im Passivhausstandard sanieren und bauen." Nicht umsonst haben an der Eröffnung auch VertreterInnen des Staates und der Region teilgenommen.
Quelle und weitere Informationen: www.alpenallianz.org/fr (fr), www.auzet.cc-pays-de-seyne.fr/ (fr)
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