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Gentechnik: Unheimlicher Passagier in den Alpen

Gentechnisch veränderter Raps wurde entlang Schweizer Bahnstrecken nachgewiesen. © RichardBartz/wikimediacommons

In der Schweiz verbreitet sich genetisch verändertem Raps unkontrolliert aus. Dabei ist dort dessen Anbau und Verfütterung seit 2008 verboten. Wie kommt dieser Raps dorthin, wo er eigentlich gar nicht sein darf?
Basel und Lugano trennen voneinander 200 Kilometer Luftlinie und der Alpenhauptkamm. In beiden Städten wurden 2011 und 2012 gentechnisch veränderte Rapspflanzen gefunden. Aufmerksam wurden die BotanikerInnen, da der Raps entlang von Gleisen als einziges Grün die Unkrautbekämpfung überlebte. Die gentechnische Veränderung machte die Pflanze resistent gegen das Gift.
Eine Untersuchung kommt nun zum Schluss, dass das Saatgut beim Transport von Getreide verbreitet wird. Und das Getreide stammt womöglich aus Regionen, in denen der Einsatz von Gentechnik im Pflanzenbau erlaubt ist und Raps in geringen Mengen enthalten sein darf. Undichte Güterwaggons verlieren dann die gefährliche Fracht auf ihrem Weg durch die Alpen. Entlang der Gleise gedeiht so der transgene Raps sehr gut - eine Gefahr für Kultur- und Wildpflanzen. Da Raps eine heimische Pflanze ist, können sich die gentechnischen Pflanzen mit nicht veränderten vermischen. Die Folgen sind dann nicht absehbar. Unklar ist noch, ob auch andere Transitstrecken in den Alpen betroffen sind.
Quellen und weitere Informationen: www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen , www.testbiotech.org/sites/default/files