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Biodiversität: Stress im Hasenkot

Schneehase

Der Massentourismus bedroht den alpinen Schneehasen. © Rolf Giger

Winterbegeisterte gefährden die Zukunft des Schneehasen in den Alpen. Dafür lieferten ForscherInnen nun erstmals den Beweis - mit einer unkonventionellen Methode.
Ob und wie sich Belastungen auf den Organismus von Wildtieren auswirken, ist von aussen nicht zu erkennen. Lange stapfte daher Wildtierbiologe Maik Rehnus durch die Schweizer Winterlandschaft, bis er genug Kot von Schneehasen gesammelt hatte. Die darin enthaltenen Hormonrückstände zeigen ihm den Stresslevel der Tiere an - mit Hilfe eines biochemischen Verfahrens. Das Ergebnis der Studie ist eindeutig: Die Nähe zum Menschen, wie in Tourismusregionen, macht die Tiere nervös. Winterbegeisterte aller Sportarten dringen in ihr Revier ein und rauben dem nachtaktiven Hasen den Schlaf. Dieser Stress führt zu einem erhöhten Energiebedarf, der im Winter nicht nachgefressen werden kann. Die Folgen reichen von einem erlahmenden Liebesleben bis zum Tod.
ForscherInnen empfehlen daher Wildruhezonen wie es sie bereits für Hirsche oder Vögel gibt. So können die weissen Hasen vor den Freizeitaktivitäten des Menschen geschützt werden. Die Studie wurde von der österreichisch-schweizerischen Forschungsgruppe im renommierten Journal of Applied Ecology veröffentlicht.
Quelle und weitere Informationen: www.vetmeduni.ac.at/de/infoservice
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