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Standpunkt: Die jungen Geister, die sie rief…

Dominik Siegrist ist Präsident von CIPRA International. © RainerKwiotek / Zeitenspiegel

Mit dem Jugendbeirat möchte die CIPRA Jugendliche offiziell vermehrt in ihre Arbeit einbeziehen. Was aber, wenn die Jugendlichen nicht so denken wie erwartet? fragt Dominik Siegrist, Präsident von CIPRA International.
Die CIPRA-Delegierten aus allen Alpenländern - die meisten davon bereits den Fifty Plus zugehörig - haben letzte Woche in Bozen/I einen Statut für die Jugend beschlossen. Demnach dürfen sich Jugendliche ab jetzt "regelmässig und angemessen an allen Planungen und Vorhaben beteiligen, die ihre Interessen berühren". Doch will das die junge Generation überhaupt? Und wer ist "die Jugend"?
Im Umfeld der CIPRA hat sich eine Gruppe von Jugendlichen formiert, die ihren Anliegen innerhalb des alpenweiten Dachverbands mehr Gehör verschaffen will. Dieser Jugendbeirat berät die Gremien der CIPRA bei der Erarbeitung von Leitlinien und Schwerpunkten und bekommt Unterstützung bei der Umsetzung eigener Projekte. Was aber, wenn die Jugendlichen nicht das fordern, was die CIPRA gerne hört? Statt ökologischer Besucherlenkung laute Musikevents in der freien Natur? Statt genussvoller Skitouren am Hausberg Freeriden abseits der Piste? Statt des autofreien Sonntags mit dem Motorrad über die Alpenpässe donnern? Die CIPRA betritt mit der offiziellen Beteiligung der Jugend Neuland. Sie setzt sich damit auch willentlich Ungewissheiten aus - im Bewusstsein, dass es einer gewissen Risikobereitschaft bedarf, um Erneuerung zu ermöglichen.
Ob die CIPRA die jungen Geister, die sie da rief, tatsächlich versteht? Die Jugendlichen sind so heterogen wie die Erwachsenen, die sie dereinst sein werden. Die Vielfalt macht es aus. Wenn die heutige Jugend dereinst in der CIPRA selber den Ton angibt, wird sie sich darauf besinnen. Dannzumal vielleicht nicht mehr ganz so jung - und mit den Ideen der nächsten Jugendgeneration konfrontiert.