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Megaprojekt für Bayerns Energiewende

Jochberg

Am Jochberg in den bayerischen Voralpen ist ein riesiger Speichersee geplant. © Ookhousboy / flickr.com

Das am Jochberg geplante Pumpspeicherkraftwerk wäre das bisher grösste seiner Art in Bayern. Und das Projekt hat das Zeug dazu, dass an ihm der Grundsatzstreit um solche Anlagen ausgetragen wird.
Wird das Pumpspeicherkraftwerk am oberbayerischen Jochberg gebaut, könnte es eines der grössten Projekte der bayerischen Energiewende werden. Von einem Speichersee mit einer 35 Meter hohen Mauer auf etwa 1'300 Metern Höhe ist die Rede. Dahinter sollen auf 22 Hektar Fläche drei Millionen Kubikmeter Wasser gestaut werden. Kosten: 600 Millionen Euro bei einer Leistung von 700 Megawatt. Der Investor ist die Energieallianz Bayern, ein Zusammenschluss aus 33 Gemeinde- und Stadtwerken aus Bayern.
Umweltorganisationen kritisieren den "Grossangriff auf die letzten naturnahen Erholungslandschaften in Bayern". Das geplante Speicherbecken würde einen erheblichen Landschaftseingriff darstellen. Hinterfragt wird auch, ob eine solche Mammutanlage für die Energiewende sinnvoll und notwendig ist. Denn als Stromspeicher seien sie ungeeignet, da Pumpspeicherkraftwerke nur über kurze Zeit Strom liefern können. "Um Schwankungen im Stromnetz auszugleichen, ist ein Kraftwerk am Jochberg ebenso überflüssig", so Stefan Witty von CIPRA Deutschland. Es gebe bereits genug bestehende Anlagen.
Bis es Antworten auf diese Frage gibt, verlangt der Bund Naturschutz ein fünfjähriges Moratorium. Das Umweltministerium soll bis dahin eine Analyse der möglichen Standorte liefern und eine öffentliche Diskussion ermöglichen, ob Bayern wirklich neue Pumpspeicherwerke benötigt. 2010 hatte der bayerische Landtag die Erstellung eines solchen Überblickes abgelehnt.
Quelle und weitere Informationen: www.sueddeutsche.de/muenchen/wolfratshausen, www.energieallianz-bayern.de/cms/Projekte, www.cipra.org/de/CIPRA/cipra-deutschland
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