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Studie: Strassen bringen keine Entwicklung der Alpen

Je grösser die Strasse zu einem Ort, desto besser die wirtschaftliche Lage? Nicht unbedingt, so eine kürzlich veröffentlichte Dissertation. © roadrunner38124 / flickr.com

Eine alpenweite Untersuchung stellt erstmals die Erreichbarkeit einer Region ihrem Wirtschaftswachstum gegenüber. Muss eine Strasse nur breit genug sein, damit der Fortschritt ankommt?
Der Aus- und Neubau von Strassen bringt Wirtschaftswachstum, sagt oftmals die Politik. Dass allein aus einer guten Erreichbarkeit sich eine Region nicht unbedingt positiv entwickelt, sagt jetzt die alpenweite Studie "Die Bedeutung des Faktors Erreichbarkeit für den Alpenraum". Untersucht wurde der Zusammenhang zwischen der Anzahl an Menschen, die in einer Gemeinde leben als Indikator für Fortschritt und der Zeit, die es braucht, den Ort per Auto zu erreichen.
Fazit der Studie: Die Politik schätzt die Bedeutung der Erreichbarkeit für die Regionalentwicklung oftmals falsch ein. Von einer schlechten Anbindung profitiert etwa der Tourismus: Die Urlauber bleiben länger vor Ort, die Betten und Restaurants sind ausgelastet. Breite Strassen bringen hingegen Tagestouristen, die die Ferienorte am Abend wieder verlassen. Sind die Strassen schnell, wird häufig auch die eigenständige Entwicklung einer Region gebremst. Gemeinden bieten dann ausser Wohnraum wenig. Kommunen entlang der grossen Verkehrsachsen und am Alpenrand, die gut erreichbar sind und eine starke Bevölkerungsentwicklung haben, sollten daher, so empfiehlt die Studie, ihre regionalen Zentren erhalten und fördern.
Der Autor der Studie, Frieder Voll, wurde von der Interakademische Kommission Alpenforschung ICAS mit dem Dissertationspreis 2012 ausgezeichnet.
Quelle und weitere Informationen: www.opus.ub.uni-erlangen.de/opus/volltexte