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Österreich soll seine Alpen besser schützen

Der geschützte Gelbe Frauenschuh - dieser und anderen bedrohten Arten sollen die 150 neu geplanten Schutzgebiete Lebensraum bieten. © Josef Biedermann

Die EU will, dass die Alpenrepublik mehr für den Naturschutz tut und hat ein Verfahren eingeleitet. Umweltorganisationen hoffen jetzt auf 150 neue Schutzgebiete und auf das Aus umstrittener Tourismus- und Energieprojekte.
Das Papier ist mehr als 500 Seiten dick. Kurz vor Weihnachten hatte die Europäische Kommission damit Österreich aufgefordert, seinen Pflichten im Naturschutz nachzukommen und weitere Natura-2000-Schutzgebiete auszuweisen. Der Umweltdachverband geht davon aus, dass rund 150 Schutzgebiete für bedrohte Arten und besondere Lebensräume einzurichten sind. Die Organisation verlangt seit Jahren, dass die Bundesländer mehr für den Naturschutz tun und hat eine "Schattenliste" erstellt mit jenen Gebieten, die besonders schützenswert sind. Auf der Liste stehen auch der rund 2'800 hohe Piz Val Gronda in Ischgl wegen seiner besonderen alpinen Vegetation und die Isel in Osttirol, weil dort die bedrohte Deutsche Tamariske wächst.
Die EU teilt nun die Bedenken des Umweltdachverbands und hat gegen Österreich ein informelles Vorverfahren, die Vorstufe zu einem Vertragsverletzungsverfahren, eingeleitet. Die Ausweisung eines Natura-2000-Schutzgebiets könnte an der Isel Kraftwerksprojekte verhindern. Wird der Piz Val Gronda zum Schutzgebiet, dürften auch die geplanten Skipiste und Gondel auf den unberührten Berg nicht gebaut werden. Erst im September 2012 hatte die Tiroler Landesregierung die Erschliessung unter heftigen Protesten von Umweltorganisationen und Alpenvereinen genehmigt.
Quelle und weitere Informationen: www.tt.com/%C3%9Cberblick/Chronik, http://tirol.orf.at/news/stories/2566389/ (de), www.umweltdachverband.at/presse