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Wenn dabei sein «cool» ist

SA 97: Wenn dabei sein "cool" ist

Die Welt, in der sie leben: Beteiligungsprojekte müssen die Lebenswirklichkeit von Jugendlichen abbilden. © Anita Bonetti

Jugendliche suchen Status, Spass und Gestaltungsmöglichkeiten. Genauso wichtig wie ihre Motivation ist der Rahmen, in dem sie sich einbringen können.
Jugendliche bestimmen selbst, ob sie sich für eine Sache oder für ein Thema engagieren oder nicht. Die Möglichkeit, sich zu beteiligen, wird von Jugendlichen dann bevorzugt angenommen, wenn sie statuswirksam ist und sie eine verantwortliche Rolle bekommen. Dann ist es für die Jugendlichen «cool» dabei zu sein. Der ­Spass-Faktor ist ein weiterer Aspekt, der berücksichtigt werden muss. Jugendliche finden es «geil», es bestätigt sie in ihrer Persönlichkeit, wenn sie mitbestimmen und etwas bewirken können. Die Möglichkeiten für ein Engagement Jugendlicher müssen transparent, klar und echt sein und vor allem mit ihrer Lebenswirklichkeit zu tun haben. Pädagogische Spiele hingegen werden rasch durchschaut und abgelehnt.
In den letzten Jahren wurden vielfältige Modelle und Formen entwickelt, wie Jugendbeteiligung realisiert werden kann. Die Landschaft von Jugendbeteiligung ist so bunt wie die Themen und Möglich­keiten, zu denen Jugendliche eingeladen sind, sich zu beteiligen. Die örtlichen und regionalen Möglichkeiten, Themen und Anliegen sind erfolgsentscheidend: Wenn der Rahmen für die Jugendlichen nicht passend ist, können sie sich auch nicht einbringen.
Auf Grund der kurzen Zeitspanne, in der sich Jugendliche einbringen können ehe sie erwachsen werden, unterliegen die Jugend­beteiligungsmodelle einer besonderen Dynamik. Die «Lebensdauer» eines Modells hängt von einer gesicherten Struktur und der Bereitschaft der Erwachsenen ab, Jugendliche tatsächlich zu beteiligen.
Die Jugend ist ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt. Die Chancen und Möglichkeiten, durch Jugendbeteiligungs- und Parti­zipationsprozesse zukunftsorientierte und nachhaltige Planungen zu gestalten, scheinen erkannt worden zu sein. Im vergangenen Jahrzehnt sind regional, national und international an vielen Orten Fachstellen für Jugendbeteiligung und Partizipation eingerichtet worden. Diese sind untereinander stark vernetzt. Ihre Entstehung wurde erst durch den politischen Rückhalt ermöglicht. Mit ­Unterstützung dieser Fachstellen und Initiativen wurden zahlreiche Jugendbe­teiligungsprojekte zu unterschiedlichen Themen u. a. mit Fördermitteln der Europäischen Union wie das Programm «Jugend in Aktion» durchgeführt.
Überregionale und internationale Projekte enden meist mit dem Ende eines Projekts und den dafür zur Verfügung stehenden Mitteln. Wünschenswert ist jedoch, dass Jugendbeteiligung Teil der ­Gesellschaftspolitik wird und deren Stellenwert nicht ständig neu ­gerechtfertigt werden muss.

Anita Bonetti, JugendInitativ Vorarlberg
www.jugendinitiativ.at
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aus: Szene Alpen Nr. 97 (www.cipra.org/de/alpmedia/publikationen/5017)