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Wintertourismus: Visionen in Savoyen

Kunstschneepiste

Kunstschneepiste statt Schneepracht: Biot gehört zu den ersten Gemeinden in Frankreich, die defizitäre Liftanlagen abbauen und auf sanften Tourismus setzen. © CIPRA CH

Es schneit immer weniger in Biot, das französische Skigebiet steckt tief in den roten Zahlen. Jetzt will der Bürgermeister die Lifte ab- und einen anderen Tourismus aufbauen. Eine visionäre Entscheidung in den Westalpen.
Das Skigebiet Drouzin-le-Mont in der kleinen Gemeinde Biot, Hochsavoyen, liegt auf 1'230 Meter. In den letzten Jahren verursachten die 1973 eröffneten Pisten und Lifte jeweils ein Defizit von bis zu 150'000 Euro. Der Betreiber hat sich aus dem Geschäft zurückgezogen: Tief gelegene Skigebiete haben durch den Klimawandels keine Zukunft. 30 Prozent der Skipisten in den Alpen werden noch bei einem Temperaturanstieg von vier Grad schneesicher sein, prognostiziert die OECD.
Bürgermeister Henri-Victor Tournier will deshalb die beiden Sessellifte und zwei von vier Schleppliften abmontieren lassen. Stattdessen soll es neue Angebote für Mountainbike, Wandern oder Langlaufen geben. Je früher ein Skigebiet diversifiziert, desto attraktiver wird es, begrüsst die Unterpräfektur das Projekt.
Dass Skigebiete schliessen, ist in Frankreich äusserst selten. Saint-Pierre-de-Chartreuse (Isère) ist ein seltenes Beispiel: Ausserhalb der Ferienzeit bleiben die Pisten geschlossen. Dafür hat man sich 2011 zum ersten Traillauf-Gebiet gemausert. Dass sich Diversifizierung rechnet, zeigt auch das Beispiel Stockhornbahn AG im Berner Oberland/CH. 2003 wurde der Pistenbetrieb eingestellt. Ein neues Geschäftsmodell mit Ausbau der Gastronomie, naturnahen Sommer- und Winteraktivitäten und Gruppenangeboten wurden entwickelt.
Quelle und weitere Informationen: www.brecorder.com/world/europe (en), www.lexpress.fr/actualites/1/societe (fr)