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Französische Alpen: bald Bohrung nach Schiefergas?

Demo gegen Fracking (Gasgewinnung durch Einpressen von Wasser)

In Frankreich wird gegen mögliche Schiefergasbohrungen protestiert nach dem Motto "besser vorbeugen als heilen". © Adrian Kinloch/ flickr.com

Die französische Regierung erteilte Erlaubnisse für Probebohrungen nach Schiefergas, auch in den Alpen. Jetzt gehen die Menschen auf die Strasse.
Das Bauges-Massiv in den französischen Kalkalpen: UNESCO-Geopark, regionaler Naturpark und Gebiet, für das es zwei Bewilligungen für Probebohrungen nach Schiefergas gibt. Das Bergrecht steht dabei über Gesetzen zum Umweltschutz. Für ganz Frankreich gibt es 61 solcher Bewilligungen. Allein für die Departements, die ganz oder zum Teil innerhalb des Perimeters der Alpenkonvention liegen, gibt es 13 Bewilligungen. Im Juni hatte Nicole Bricq, für kurze Zeit Umweltministerin, die entsprechende Liste veröffentlicht.
Nun gibt es grossen Widerstand gegen die Probebohrungen: Vor rund zwei Wochen protestierten Vertreter von 260 Vereinigungen gegen die Förderung von fossilen Energieträgern im ganzen Land. Bereits im April hatten rund 40 NGOs das Europäische Parlament aufgefordert, die Förderung von Schiefergas zu verbieten. Dabei hatte Frankreich erst im Juli 2011 das "Fracking" gesetzlich verboten: Zum Abbau von Schiefergas wird ein Gemisch aus Wasser und Chemikalien ins Gestein gepresst - mit schweren Auswirkungen auf Böden und Grundwasser. Warum also erteilte die Regierung Sarkozy Bewilligungen für Probebohrungen? Umweltorganisationen befürchten, dass die Ölindustrie Schiefergas in den Alpen fördern will, sobald "sauberere" Methoden als das Fracking entwickelt wurden.
Quelle und weitere Informationen: www.developpement-durable.gouv.fr/spip (fr), www.ledauphine.com/savoie/2012/02/28 (fr), www.ledauphine.com/haute-savoie/2012/04/12 (fr), http://stopgazdeschiste.org/ (fr), www.amisdelaterre.org (fr), www.gaslandthemovie.com/whats-fracking (en)
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