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Standpunkt der CIPRA: Wasser marsch!

Stausee in den Alpen

Stausee in den Alpen: Der steigende Energiebedarf rechtfertigt nicht die Verbauung der letzten ökologisch intakten Gewässer. © chrchr_75 / flickr.com

Österreich gibt sich eine fachlich gute "Checkliste" für den Bau von Wasserkraftwerken. Das bringt Transparenz bei den Baubewilligungen, aber keinen Schutz für ökologisch intakte Gewässer.
Der Ende Januar vorgestellte "Österreichische Wasserkatalog" soll helfen für jedes einzelne Kraftwerksprojekt festzustellen, ob es energiewirtschaftlich, ökologisch und wasserwirtschaftlich geeignet ist. Behörden werden diese "Checkliste" zukünftig bei Genehmigungsverfahren anwenden. Allerdings enthält der Katalog keine Landkarte mit ökologisch wertvollen oder sensiblen Flussabschnitten. Tabuzonen braucht es aber, damit die letzten Gewässer vor der Gier nach Energie langfristig bewahrt bleiben. Denn nur mehr zehn Prozent der Flüsse in den Alpen sind ökologisch intakt. Die CIPRA fordert in ihrem compact "Wasserwirtschaft im Klimawandel" die Alpenstaaten auf, eine gemeinsame Strategie für die Wasserwirtschaft zu definieren, Gewässer auszuweisen, die unter keinen Umständen angetastet werden dürfen, und den uferlosen Bau von Kraftwerken zu stoppen.
Grosse Einschnitte werde es durch den Wasserkatalog nicht geben, so der österreichische Umweltminister Nikolaus Berlakovich. Er verweist auf die österreichische Energiestrategie 2020, die den Ausbau der Wasserkraft vorsieht. Die steigende Nachfrage nach erneuerbaren Energien ist allerdings keine Rechtfertigung, die letzten unberührten Alpenflüsse zu verbauen. Die Ausbeute ist es nicht wert: 75 Prozent aller Wasserkraftwerke in den Alpen produzieren gerade vier Prozent des Stroms aus Wasserkraft.
Quellen und weitere Informationen: www.cipra.org/de/alpmedia/dossiers/23, www.umweltdachverband.at/presse, http://derstandard.at/1326504188961, www.lebensministerium.at/wasser