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Bald XXL-Lastwagen in den Alpen?

Gigaliner

Gigaliner: Im Namen des Klimaschutzes fahren sie auf Kosten von Umwelt, Schiene und Strasseninfrastruktur. © Allianz pro Schiene

Die Europäische Union berät über die Zulassung von Gigalinern. Die 25 Meter langen LKWs sollen im Namen des Klimaschutzes rollen - und auf Kosten von Schiene und Infrastruktur.
Mehr als 70 Prozent der Emissionen aus dem Strassenverkehr stammen vom Gütertransport. Dieser muss ressourceneffizienter werden, fordert die EU-Kommission im Weissbuch Verkehr. Konkret: Entweder werden Leerfahrten vermieden oder LKWs werden länger. Gigaliner wären für Transportunternehmen vor allem auf langen Strecken interessant. Genau da aber sollen die Güter auf die Schiene. Die Arbeitsgemeinschaft der Alpenländer (Arge Alp) nennt in ihrer Resolution gegen Gigaliner eine Studie, aus der hervorgeht, dass solche langen Vehikel bis zu 13 Prozent mehr Verkehr auf der Strasse und 15 Prozent weniger auf der Schiene bringen. Auch der französische Rechnungshof warnt in seinem Jahresbericht 2012 vor diesem Widerspruch zur Verlagerungspolitik.
Strassen und Brücken in den Alpen können zudem nur mit hohem Aufwand für Gigaliner ausgebaut werden. In einer Studie des Schweizer Bündnis "NoMegatrucks" wird errechnet, dass es 1,5 Milliarden Franken mehr für den Erhalt der Strassen pro Jahr braucht, wenn 60-Tonner fahren. Gigaliner sind ausserdem ein Problem für die Sicherheit, warnt die Arge Alp. Das Schweizer Parlament und der Speditionsverband sprechen sich gegen solche XXL-Lastwagen aus. In Bayern dagegen dürfen seit Januar 2012 Gigaliner probeweise fahren, unter grossem Protest.
Die Konsultation zur Richtlinie 96/53/EG, die bisher Länge und Gewicht von LKWs im grenzübergreifenden Gütertransport regelte, läuft noch bis zum 27.02.2012.
Quelle und weitere Informationen : www.gr.ch/DE/institutionen/verwaltung/staka, http://ec.europa.eu/transport/road/consultations (en), www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,803290,00, www.nomegatrucks.eu/, www.bmvit.gv.at/presse/aktuell/nvm/2011