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Makroregion Alpenraum?

Makroregion Alpen

Es braucht eine offene Diskussion, was eine EU-Strategie für die Alpen sein soll. © CIPRA International

Es gibt sie für den Donauraum und für die Ostsee, eine EU-Strategie "Makroregion". Warum nicht auch für den Alpenraum? Die Arge Alp wünschte sich Anfang Juli per Resolution eine "Makroregion Alpen". Eine stattliche Summe hat das Alpenraumprogramm der EU zur Verfügung, um Vorschläge zu erarbeiten. Auch bei der Alpenkonvention macht man sich Gedanken. Was aber soll diese Makroregion sein? Und was ist ihr Mehrwert?
Der territoriale Zusammenhalt innerhalb der Europäischen Union ist 2009 mit dem Vertrag von Lissabon ein wichtiges Ziel für die Staatengemeinschaft geworden. Vielversprechend scheint daher die Idee Europas Regionen in Räume zusammenzufassen, die ähnliche Herausforderungen und Potentiale haben. Solch eine Makroregion könnte Lösungen für Probleme bieten, die ein einzelnes Land alleine nicht anpacken kann. Wie Donau- und Ostseeraum sind auch die Alpen eine Region mit besonderen Bedingungen. Was eine Makroregion Alpen aber sein soll, wie diese Kooperation funktionieren soll, das ist noch zu definieren. Im Herbst 2012 will eine Arbeitsgruppe der Alpenkonvention den Alpenstaaten erste Vorschläge präsentieren. Das Alpenraumprogramm der EU startet gar ein eigenes zweijähriges Projekt, um seinen Beitrag für die Makroregion zu leisten.
Zur Debatte stehen Themen und Massnahmen, Finanzierung und Strukturen für die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen AkteurInnen. Und diskutiert wird auch, wo die Makroregion beginnt und wo sie endet. Als funktionaler Raum hätte die Makroregion keine festen Grenzen, so die Arge Alp in ihrer Resolution. Sie muss "die Beziehungen und Wechselwirkungen zu den sie umgebenden metropolitanen Räumen berücksichtigen". Schliesse eine Makroregion aber auch Grossstädte wie München oder Mailand mit ein, so würden diese den eigentlichen Alpenraum durch ihre Überzahl an EinwohnerInnen, Arbeitsplätzen und Wählerstimmen klar dominieren, warnt der deutsche Professor für Kulturgeografie, Werner Bätzing. Und Dominik Siegrist, Präsident der CIPRA, appelliert, eine EU-Strategie für die Alpen dürfe die Alpenkonvention nicht schwächen. "Die Alpenstaaten arbeiten seit über 20 Jahren mit und für diesen Vertrag als ambitioniertes Instrument einer nachhaltigen Alpenpolitik. Eine Makroregion verlangt ebenfalls sehr viel Engagement und Ressourcen." Gelänge es hier Synergien zu finden, könnte sie der Alpenkonvention neue Impulse geben.
Für die Alpen kann eine Makroregion eine Chance sein. Mit der Erarbeitung von Vorschlägen, wie eine EU-Strategie für die Alpen aussehen soll, sind die AkteurInnen in den Alpen gefragt: Was sind die Probleme und Herausforderungen der Alpen? Und welche Politik braucht es? Brüssel selbst hat bisher noch keine eigene Alpenpolitik und ziert sich, alle Protokolle der Alpenkonvention zu ratifizieren. Eine Makroregion Alpen macht es aber notwendig, dass sich die EU mit den Besonderheiten dieser Region auseinandersetzt.
Quelle und weitere Informationen: www.cipra.org/de/alpmedia/news-de/4279, www.cipra.org/de/alpmedia/positionen/110, www.provinz.bz.it/lpa/285, www.argealp.org/fileadmin/www.argealp.org