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Alpen unter Strom

Wasserkraft und Klimawandel

Wasserkraft: Die ökologischen und gesellschaftlichen Kosten der Energieproduktion müssen sich im Strompreis wiederspiegeln. © Hannes Hell

Deutschland will nun endlich aus der Atomenergie aussteigen, ebenso die Schweiz. Am Wochenende hat Italien klar gegen die Atomenergie gestimmt und auch die Mehrheit der FranzösInnen will die Kraftwerke abschalten. Damit diese Energiewende gelingt, braucht es vor allem einen gesellschaftlichen Wandel, aber auch mehr Ökostrom. Wird damit das "Wasserschloss Alpen" zum "Stausee Europas"?
Schrittweise will die Schweiz, die 39 Prozent ihres Stroms aus AKWs bezieht, aus der Atomenergie aussteigen. Immerhin 57 Prozent der Elektrizität wird in Wasserkraftwerken produziert. In Zukunft soll es noch mehr werden: Künftig müsse in die zusätzliche Produktion und auch den Zubau von Pumpspeicherkraftwerken investiert werden, so die Regierung in Bern. In einer Studie der ETH Lausanne und der Universitäten Zürich und Bern heisst es unterdessen, dass durch den Klimawandel in der Schweiz bis zu 40 grosse Gletscherseen in den nächsten Jahrzehnten entstehen werden. Sie seien, sagt Wilfried Haeberli, Leiter der Studie, für die Speicherung des dringend benötigten Stroms aus erneuerbaren Energien sehr attraktiv.
Über 90 Prozent des Stroms, der heute in den Alpen produziert wird, kommt aus Wasserkraft. Allerdings liefern drei Viertel der Kraftwerke gerade einmal vier Prozent der Energie. Allein in Österreich gibt es 2'600 kleine Wasserkraftwerke. Mit der Konsequenz, dass nur mehr zehn Prozent der Fliessgewässer in den Alpen ökologisch intakt sind. Gefordert ist jetzt eine wirkliche Energiewende. "Die bestehenden Kraftwerke müssen, unter Berücksichtigung ökologischer Kriterien, modernisiert und damit ihre Effizienz gesteigert werden", so Dominik Siegrist, Präsident von CIPRA International. "Vor allem aber müssen wir grundsätzlich unseren Konsum von Energie und von energieintensiven Waren und Dienstleistungen ändern." Das Wasserschloss Europas brauche eine "Energievision Alpen". Sie soll Energiesparen und Effizienzsteigerungen fördern und regeln, wie neue Anlagen zur Produktion erneuerbarer Energie so gebaut werden, dass sie Natur und Landschaft nicht schädigen.
Quelle und weitere Informationen: www.nfp61.ch/E/projects/cluster-hydrology (en), www.sonntagszeitung.ch/home , www.actu-environnement.com/ae/news (fr), www.cipra.org/de/alpmedia/dossiers/15