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Österreich streitet um Tunnel

Tunnelstreit

Österreichische Prestigeprojekte: Röhren verschlingen Milliarden. © Poltmann.Photos / flickr.com

Die Finanzierung des Brennerbasistunnels (BBT) sorgt erneut für Zwist: Die mit über 20 Milliarden Euro verschuldeten Staatsbahnen ÖBB weigern sich ohne finanzielle Absicherung durch den Staat den Bau des BBT in Angriff zu nehmen. Was die EisenbahnerInnen besonders nervös macht: Für die rund 200 km langen Zulaufstrecken in Italien gibt es nur Vorprojekte.
Zum Teil ist die Trassierung noch nicht festgelegt, Finanzierungsgrantieren fehlen gänzlich. Die Planungen auf deutscher Seite haben nicht einmal begonnen. Zudem ist keine "Verlagerungsrichtlinie in Sicht, die den Schwerverkehr von der Strasse auf die Schiene zwingt", warnt die Tiroler Opposition. Ungewiss ist, ob sich der zehn Milliarden teure Tunnel allein wirtschaftlich betreiben lässt. Denn die Röhre unterm Gotthard macht die Fahrt von München nach Mailand kürzer und wird bereits 2017 fertig - der BBT frühestens 2025.
Bei der Realisierung des zweiten grossen Tunnelprojekts am Semmering hapert es ebenfalls. Alliance for Nature meldet Zweifel an der Unbefangenheit einiger Sachverständiger für die Umweltverträglichkeitsprüfung an. Zwischen ÖBB und GutachterInnen gebe es geschäftliche Verbindungen. Im April hätte es den Genehmigungsbescheid für dieses Projekt und den Termin für den Baubeginn des BBT geben sollen. Beides wird wohl noch ausbleiben.
Quellen: www.sueddeutsche.de/bayern, www.alliancefornature.at/pdf, www.wirtschaftsblatt.at/archiv, www.listefritz.at