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Eine Unabhängigkeitserklärung der Alpen

Gut für Klima und Wirtschaft: Energieautarkie als Teil einer nachhaltigen Regionalpolitik.

Gut für Klima und Wirtschaft: Energieautarkie als Teil einer nachhaltigen Regionalpolitik. © energieregionGOMS

Energieautarke Regionen sind im Trend - Immer mehr Gegenden erklären sich zu «Energieregionen». Sie wollen vom Import fossiler Energie unabhängig sein, Energie sparsam und effizient nutzen und den eigenen Bedarf möglichst mit erneuerbaren Energien decken. Wie eine Region dies schafft und gleichzeitig die regionale Wirtschaft ankurbelt, davon handelt das CIPRA-compact «Energieautarke Regionen».
Autarkie ist «in». Unabhängig von Energieimporten zu werden: Diese Vision übt auf viele Regionen eine starke Faszination aus. So gibt es in den Alpen allerorten Ansätze, diesen Weg einzuschlagen. Beispielsweise hat das österreichische Bundeslandes Vorarlberg beschlossen, bis 2050 energieautark zu werden. Die italienische Stadt Bozen hat Ähnliches vor. Sie möchte bis 2030 klimaneutral werden.
Kern der Konzepte ist, den Bedarf durch regionale, erneuerbare Energieträger zu decken, Energie zu sparen und sie effizienter zu nutzen. Wer diesen Weg zu einer energieautarken Region konsequent beschreitet, verändert das Gesicht und die Strukturen seiner Region umfassend – zum Nutzen der eigenen Wirtschaft, der Gesellschaft und auch der Umwelt.

Nicht gegen die Natur!
Die meisten Regionen, die nach Energieautarkie streben, berufen sich auf die Nachhaltigkeit in ihren drei Zieldimensionen: Ökologie, Ökonomie sowie Soziales und Kulturelles. In der konkreten Ausgestaltung jedoch werden die wirtschaftlichen und sozialen Aspekte vergleichsweise prominent, die ökologischen dagegen eher stiefmütterlich behandelt. Augenfällig wird diese Problematik etwa, wenn es beim Bau von Anlagen zur Energieproduktion zu Zielkonflikten mit dem Naturschutz kommt. Wasserkraftwerke, die die Durchlässigkeit eines Flusses verhindern oder eine übermässige Holznutzung, die zu monotonen, artenarmen Wäldern führt, sind zwei Beispiele dafür. Eine Region kann aber nur dann als nachhaltig gelten, wenn auch die Belange von Natur- und Landschaftsschutz angemessen berücksichtigt werden.

Im Kleinen üben, im Grossen tun
In ihrem compact «Energieautarke Regionen» (siehe Kasten) zeigt die CIPRA auf 28 Seiten Wege zur Energie-autarkie auf, weist auf mögliche Stolpersteine hin und präsentiert Lösungen an Hand von Beispielen aus der Praxis. Die Publikation der CIPRA ist auch eine Ermutigung: Diesen Weg zu beschreiten macht Sinn, ist gut für das Klima, schafft Arbeitsplätze und steigert die regionale Wertschöpfung. Dabei hat die CIPRA eine grosse Vision vor Augen: Die Alpen sollen bis 2050 energieautark werden –mit allem, was dazugehört.

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Basis, Bausteine, Beispiele für Energieregionen:
Die CIPRA hat die Ergebnisse des Klimaprojektes cc.alps nach Themen gegliedert als Hintergrundberichte in kompakter Form aufbereitet. Das CIPRA compact «Energieautarke Regionen» bietet einen Überblick über energieautarke Regionen in den Alpen und legt zentrale Forderungen dazu dar.
Erläutert wird der unterschiedlich verwendete Begriff «Energieautarkie» und es wird diskutiert, was für den Aufbau einer energieautarken Region spricht. Einzelnen Bausteinen, Netzwerken und Strukturen des Energieautarkie-Prozesses wird ebenso Raum gewidmet wie den Inhalten von regionalen Energiekonzepten. Weiters werden Erfolgsfaktoren aufgezählt, die die Entwicklung von Energieregionen begünstigen. Schliesslich werden Good-Practice-Beispiele aus dem Alpenraum vorgestellt: drei ländlich geprägte Regionen, eine urbane Initiative aus Bozen und das Bundesland Vorarlberg als Grossregion.
Dank der finanziellen Unterstützung des deutschen Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit konnte das Compact in fünf Sprachen herausgegeben werden.
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aus: Szene Alpen Nr. 94 (www.cipra.org/de/alpmedia/publikationen/4542)
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