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Gran Paradiso Nationalpark: mysteriöse Todesfälle junger Steinböcke

Bald keine Spielgefährten mehr: Junge Alpensteinböcke im Nationalpark Gran Paradiso/I sterben aufgrund unbekannter Ursachen.

Bald keine Spielgefährten mehr: Junge Alpensteinböcke im Nationalpark Gran Paradiso/I sterben aufgrund unbekannter Ursachen. @ Josef Senn

Seit der Gründung des ersten italienischen Nationalparks 1922 wird der Alpensteinbock dort seit rund hundert Jahren vor der Ausrottung bewahrt. Die Steinbock-Population des Nationalparks Gran Paradiso/I ist nun ernstlich bedroht. Drei Viertel der Jungtiere sterben bereits, bevor sie das erste Lebensjahr erreicht haben. Waren es 1993 insgesamt noch rund 5'000 Tiere, beträgt die Population im Gran Paradiso Nationalpark heute nur noch knapp die Hälfte. Ungeklärt ist die Ursache, die zum Tod der jungen Paarhufer führt.
Als mögliche Erklärungen haben Tierärzte und Forscherinnen verschiedene Hypothesen aufgestellt. Ursache könnte ein Krankheitserreger sein, der zwar alle Geissen und Böcke befällt, von denen einige dagegen jedoch widerstandsfähig sind. Eine andere Hypothese geht von der Schneeknappheit der letzten Jahrzehnte aus, die das Überleben der älteren Geissen begünstigt. Diese bringen aber schwächere Junge zur Welt. Die dritte Annahme steht im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Das zeitigere Frühjahr führt zu einem rascheren Vegetationswachstum, so dass die Zicklein am Ende ihrer Stillzeit vor vertrocknetem faserreichem Gras stehen, das protein- und nährstoffarm ist.
Quellen: http://archiviostorico.corriere.it/2010/agosto/02 (it), www.nzz.ch/nachrichten/panorama/in_den