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Die Entdeckung der Gemeinsamkeit

Passivhaus

Wer ein Passivhaus wie das Einfamilienhaus Carlo in Schellenberg/FL baut, handelt nachhaltig, schützt das Klima und trägt zur Regionalentwicklung bei – wie es die CIPRA mit climalp alpenweit propagiert.

Im kleinen Land Liechtenstein tritt man sich ständig auf die Füsse. Alle kennen sich irgendwie. Aber eben nicht richtig. So ist es auch im Bereich energieeffizientes Bauen. Oder besser: So war es. Bis Oktober 2009. Dann brachte die CIPRA, die sonst mit dem Projekt climalp alpenweit Wissen über energieeffizientes Bauen und Sanieren verbreitet (siehe Kasten), für einmal Landsleute zusammen.
Beinahe sämtliche Schlüsselakteure, die in Liechtenstein mit energieeffizientem Bauen zu tun haben, setzten sich erstmals gemeinsam an einen Tisch. VertreterInnen der Politik und Verwaltung und ExpertInnen aus den Bereichen Energie, Architektur, Wissenschaft und Bildung tauschten im CIPRA-Workshop «Hindernisse und Chancen für energieeffizientes Bauen in Liechtenstein» Meinungen aus und lernten ihre jeweiligen Standpunkte kennen.
Welches sind die Hindernisse für die Entwicklung und Ausweitung von energieeffizientem Bauen in Liechtenstein? Welche Hindernisse wirken sich am stärksten aus, welche sind am einfachsten zu beseitigen? Wie können Bauherren motiviert werden, ihre Gebäude energieeffizient zu sanieren? Einig war man sich, dass Liechtenstein auf einem guten Weg ist, was Gesetze für Neubauten betrifft. Gefordert wurde aber, dass die Vorschriften stufenweise verschärfen werden, um die Vorreiter-Position halten zu können. Die technische Entwicklung energieeffizienter Neubauten sei sehr schnell verlaufen, werde jedoch weder von allen Planern und Architekten noch von der breiten Bevölkerung mitgetragen. Es mangle an technischem Know-how der Baufachleute. Handlungsbedarf wurde auch bei den Vorschriften zur Gebäudesanierung sowie der Energiebereitstellung geortet. Und bei der Beratung: Es komme immer noch vor, so Teilnehmende der CIPRA-Runde, dass ein Architekt einem willigen Bauherrn von einem energieoptimierten Entwurf abrate. Nötig seien mehr Information und Beratung, damit sich herumspreche, dass energieeffizientes Bauen und Wohnen möglich, billig und angenehm sei.
Viele Teilnehmende erfuhren erst am Workshop, dass ihre Landsleute das Anliegen des energieeffizienten Bauens individuell oder in einer Organisation vorantreiben. So stellten beispielsweise VertreterInnen der Liechtensteinischen Architektenkammer und der Hochschule Liechtenstein fest, dass sie inhaltlich und programmatisch wesentlich mehr verbindet als bisher angenommen. Die Schlüsselakteure aus Politik, Verwaltung, Energie, Architektur, Wissenschaft und Bildung erkannten, dass ein gemeinsames Lobbying im Interesse aller wäre und die Vision vom energie-effizienten Bauen schneller Wirklichkeit werden lässt. Die CIPRA wird diesen Austausch im Land Liechtenstein weiterhin begleiten – so wie viele weitere Projekte und Aktivitäten zu energieeffizientem Bauen und Sanieren im ganzen Alpenraum.

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Für Wohnkomfort, Klima und Regionalwirtschaft
Die CIPRA will mit dem Projekt climalp einem breiten Personenkreis aufzeigen, dass energieeffiziente Häuser aus regionalem Holz das Klima schützen und die Regionalwirtschaft ankurbeln. Hierfür werden regelmässig Exkursionen durchgeführt, so 2009 nach Vorarlberg für VertreterInnen von Gemeinden des Gemeindenetzwerks «Allianz in den Alpen» und für den nationalen Verein französischer waldbesitzender Gemeinden FNCOFOR. Der Hintergrundbericht «CIPRA compact – Bauen und Sanieren im Klimawandel», der im Rahmen des Projektes cc.alps auf Deutsch, Französisch, Italienisch und Slowenisch publiziert wurde (siehe Seite 8), basiert ebenfalls auf dem Wissensfundus von climalp. Das Projekt climalp wird vom Land Liechtenstein mit jährlich 100‘000 Franken unterstützt.
www.cipra.org/climalp
Quelle: Jahresbericht 2009 CIPRA International
www.cipra.org/de/CIPRA/cipra-international
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