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Nachhaltige Wasserkraft: Illusion?

Wasserkraft der Zukunft: effizientere Nutzung und renaturierte Flüsse?

Wasserkraft der Zukunft: effizientere Nutzung und renaturierte Flüsse? © Margotte www.flickr.com

In Frankreich unterzeichneten VertreterInnen aus Politik, Wasserwirtschaft und Umweltschutz ein Abkommen zur nachhaltigen Nutzung von Wasserkraft: Bestehende Kraftwerke sollen effizienter, Flüsse wieder renaturiert werden.
Frankreich will bis 2020 dreiundzwanzig Prozent seines Energiebedarfs über Wasserkraft decken. Heute sind es zwölf Prozent. Wie eine nachhaltige Nutzung der Ressource Wasserkraft möglich ist, darüber diskutierten seit 2008 VerterterInnen aus Politik, Energie, Fischerei und Umweltschutz. Ergebnis dieses Runden Tisches ist eine "Konvention über die nachhaltige Entwicklung der Wasserkraft im Zusammenhang mit der Renaturierung von Gewässern".
Der Absichtserklärung zufolge sollen unter anderem veraltete Wasserkraftwerke bis 2014 auf die geltenden Normen saniert werden. Das bedeutet auch, dass in den Flüssen noch so viel Wasser fliessen muss, damit Lebewesen zirkulieren und sich reproduzieren können. Andere Kraftwerke wiederum sollen gar abgerissen werden. Kurz: Die VertragspartnerInnen wollen die negativen Effekte der Stromerzeugung auf die Umwelt kompensieren. Zum Beispiel über ein Forschungsprogramm zum "Europäischen Aal", der auf seiner Wanderung in den Atlantik, wo er sich fortpflanzt, oft den Kraftwerksturbinen zum Opfer fällt.
Das Übereinkommen hat für WWF Frankreich vor allem symbolischen Wert. Erstmals sei es gelungen, alle AkteurInnen an einem Tisch zu versammeln und über das kontroverse Thema Wasserkraft zu diskutieren. WWF Frankreich begrüsst, dass Umweltschutzorganisationen schon zu Beginn eines Projekts eingebunden wurden. Dies ermögliche Konsens und soll zukünftig zu umweltverträglicher Wasserkraftnutzung führen.
France Nature Environnement (FNE) hat zwar am Runden Tisch teilgenommen, die Konvention aber nicht unterzeichnet. FNE steht dem Ziel des Dokuments, nämlich die Wasserkraft massiv zu erhöhen, um im Energiesektor CO2-Emissionen zu senken, kritisch gegenüber. "Es sind nicht 500 oder 1'000 zusätzliche Kleinwasserkraftwerke, die die CO2-Bilanz des Landes verbessern werden", erklärt FNE in ihrer Stellungnahme. Tatsächlich stammt der Grossteil der Treibhausgase aus der Verbrennung fossiler Kohlenstoffressourcen, deren Konsumation eher zu als abnehmen wird. Ausserdem gebe es in Frankreich bereits genügend Wasserkraftwerke, so die FNE. Das Limit sei erreicht.
Quellen: www.journaldelenvironnement.net/article (fr), www.fne.asso.fr/fr (fr), www.wwf.fr/s-informer/actualites (fr)