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Klimaneutrale Alpen sind ein "Muss"

Keine Aussicht auf die Berge und wenig Aussicht auf Verhandlungsfortschritte werden die Umweltminister haben, wenn sie sich im Dezember in Kopenhagen zum weltweiten Klimagipfel treffen. Die Staaten müssten weitreichende Entscheidungen treffen: eine Reduktion des weltweiten CO2-Ausstosses um 30 Prozent bis ins Jahr 2020 und um 80 Prozent bis ins Jahr 2050. Sonst wird es nicht mehr möglich sein, das sogenannte Zwei-Grad-Ziel zu erreichen:
KlimaexpertInnen gehen davon aus, dass unsere Welt eine globale Erwärmung von zwei Grad Celsius gerade noch zu verkraften vermag. Dafür braucht es aber den Einsatz aller.
Wir können dazu einen wichtigen Beitrag leisten, denn Klimaneutralität in den Alpen ist möglich und notwendig. Dabei sollten die Alpenregionen ein starkes Eigeninteresse haben, sich für den Klimaschutz zu engagieren. Denn nach neuestem Stand der Forschung führt eine globale Erwärmung von zwei Grad in den Alpen zu einer Verdoppelung der Temperaturerhöhung. Vier bis fünf Grad wärmere Temperaturen hätten nicht nur das definitive Abschmelzen der meisten Gletscher zur Folge, sondern auch das dramatische Ansteigen der Schneegrenze um mehrere hundert Meter. Die starke Erwärmung würde zu einer massiven Zunahme von extremen Naturereignissen wie Windstürmen, Starkniederschlägen mit Überschwemmungen, Murgängen und Lawinen führen. Wichtige Verkehrswege wären wochenlang gesperrt und ganze Talschaften würden unbewohnbar - um nur zwei mögliche Folgen für Mensch und Wirtschaft zu nennen.
Das Ziel der klimaneutralen Alpen wird nur zu erreichen sein, wenn wir weitgehend auf erneuerbare Energien umsteigen. Neu- und Umbauten von Gebäuden müssen strengsten energetischen Standards genügen. Der Autoverkehr wird dem öffentlichen Verkehr Platz machen, der Transitverkehr nur noch über die Schiene abgewickelt werden. Der Freizeit- und Tourismusverkehr ist auf Eisenbahnen zu verlagern. Und wo sie weiterhin notwendig sind, werden Autos mit alternativen Antriebs- und Leitsystemen verkehren.
An guten Beispielen und Initiativen für klimaneutrale Alpen mangelt es nicht. Von der neuen Vinschgerbahn im italienischen Südtirol über die Idee der Alpentransitbörse aus der Schweiz bis zum Passivhaus aus einheimischem Holz in Vorarlberg - Kopenhagen und die Welt könnten viel von den Alpen lernen.