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Alpenkonvention hat keine Antwort auf den Klimawandel

Alpenkonvention

Der verabschiedete Klimaaktionsplan ist zu zaghaft, als dass er den Klima-schutz in den Alpen weiterbringen könnte. © www.conventionalpine.org

Die Alpenstaaten haben heute an der X. Alpenkonferenz in Evian/F über ein gemeinsames Vorgehen in Sachen Klimawandel verhandelt. Sie konnten sich jedoch nicht auf einen Klimaaktionsplan für den Alpenraum einigen, der diesen Namen verdienen würde. Der von der Konferenz verabschiedete Klimaaktionsplan beinhaltet zwar neben allgemeinen Formulierungen - nicht zuletzt Dank des Drucks der CIPRA - einige wenige konkrete Massnahmen, diese sind jedoch viel zu zaghaft, um den Klimaschutz in den Alpen wirklich weiter zu bringen.
Einzelne Staaten haben heute während der X. Alpenkonferenz in Evian/F auf die Wichtigkeit von Klimamassnahmen hingewiesen und sich enttäuscht über den vorgelegten Beschlussvorschlag gezeigt. Es gelang aber nicht, einen griffigen Massnahmenkatalog auszuarbeiten, der die Zustimmung aller Alpenstaaten gewonnen hätte. Eingang gefunden in den Aktionsplan hatten lediglich die Forderungen des Schweizer Umweltministers Moritz Leuenberger nach einer Alpentransitbörse und der Vorschlag des deutschen Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesumweltministerium Michael Müller. Dieser will untersuchen, ob es möglich ist, die Alpenregion bis zum Jahr 2050 CO2-neutral zu machen.
Das Vorhaben "Aktionsplan Klimaschutz" wurde im November 2006 an der IX. Alpenkonferenz auf Anregung der CIPRA angestossen. Frankreich, das in den letzten zwei Jahren den Vorsitz der Alpenkonvention innehatte, hatte sich für seine Amtszeit das Ziel gesetzt, die Alpen zur Modellregion für Prävention und Anpassung an den Klimawandel zu machen - so heisst es zumindest auf dem Papiers. Innerhalb des Ständigen Ausschusses der Alpenkonferenz wurden die zögerlichen Vorschläge Frankreichs nicht wesentlich aufgewertet, von einzelnen Ländern sogar torpediert. Bereits im Vorfeld der Alpenkonferenz wurde der Vorschlag von Umweltverbänden aber auch UmweltministerInnen kritisiert. Mehrmals hat auch die CIPRA dazu aufgefordert, handfeste Beschlüsse zu fassen und einen Zeitrahmen für die Umsetzung zu stecken. Bereits im März 2008 hat die CIPRA einen umfassenden Vorschlag für einen konkreten Aktionsplan formuliert und Lösungen in allen Bereichen aufgezeigt, wo dringend Handlungsbedarf vorliegt. An der heutigen Alpenkonferenz hat die CIPRA scharf dagegen protestiert, dass die Mitgliedstaaten der Alpenkonvention untätig bleiben. Sie hätten in den letzten zwei Jahren eine grosse Chance verpasst.
Slowenien übernimmt für die nächsten zwei Jahre den Vorsitz der Alpenkonvention. Es ist nun gefordert, zusammen mit den anderen Alpenstaaten und der Europäischen Union, eine Antwort auf den Klimawandel zu finden.
Quelle: CIPRA International
Klimaaktionsplan der CIPRA: www.cipra.org/de/cipra-klimapakt (de/fr/it/sl)