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Welche Landwirtschaft für Europa?

Berglandwirtschaft

Die Berglandwirtschaft ist vielerorts in Bedrängnis. © CIPRA International

Am 22. und 23. September tauschten die EU-LandwirtschaftsministerInnen beim Informellen Rat im französischen Annecy erste Ideen für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) nach 2013 aus. Besonders Frankreich, das die Präsidentschaft innehat, bezog deutlich Stellung und forderte eine verstärkte Rückkehr zur Politik der Erzeugerpreisstützung.
Wichtige Themen des Treffens waren neu auftretende Tierkrankheiten aber auch die Berglandwirtschaft. So besuchten die Minister und EU-Kommissarinnen auch verschiedene landwirtschaftliche Produktionsstätten im regionalen Naturpark Massivs des Bauges, welcher stark von der Berglandwirtschaft geprägt ist.
Ziel des Rats war es, eine Grundsatzdebatte über die Ziele, die sich die EU in der GAP nach 2013 setzen möchte, zu lancieren. Die EU benötige eine ehrgeizige und ausgewogene Agrarpolitik, die in der Lage sei, auf die zukünftigen Herausforderungen eine Antwort zu finden. Dabei müsse die Lebensmittelproduktion sowohl den Quantitäts- und Qualitätsbedürfnissen gerecht werden als auch die Umwelt schonend behandeln und die Vielfalt der Gebiete berücksichtigen.
Bereits vor dem Ministertreffen diskutierten PolitikerInnen aus dem Berggebiet an einer Veranstaltung der "Association nationale des élus de la montagne" ihre Forderungen und Bedürfnisse bezüglich der neuen europäischen Landwirtschaftspolitik. Dabei definierten sie sieben Grundprinzipien, welche eine solche Politik zu berücksichtigen habe, und liessen diese den MinisterInnen zukommen. Sie verlangen insbesondere die Anerkennungen und Honorierung der Besonderheiten der vielfach extensiven Landwirtschaft im Berggebiet und deren Stellenwert für die jeweiligen Regionen.
Zudem folgten am letzten Wochenende in Annecy rund 5.000 NGO-Vertreter, Landwirtinnen, Politiker etc. einem Aufruf des Komitees "Eine Landwirtschaft zum Leben", um sich ebenfalls kritisch mit der GAP auseinanderzusetzen und eine ökologischere und sozialere Landwirtschaftspolitik zu fordern. Sie verabschiedeten das so genannte Manifest von Annecy und verlangten unter anderem, dass die landwirtschaftliche Produktion neu lokalisiert und der jeweiligen Umgebung anpasst werden müsse und dass die natürlichen Ressourcen und das ökologische Gleichgewicht zu schützen seien.
Quellen und Infos: www.ue2008.fr/PFUE/lang/de/accueil/PFUE-09 (de/fr/it/en/es), www.anem.org/documents (fr), www.changeonslapac.org (fr)