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Auf der Suche nach einer gemeinsamen Sprache

"Jeder für sich" kann nicht das Credo von Organisationen sein. Die Antwort auf die heutigen Herausforderungen in den Alpen lautet "Vernetzung".
Aus diesem Grunde riefen die grossen Netzwerke wie das Internationale Wissenschaftliche Komitee für Alpenforschung (ISCAR), das Gemeindenetzwerk (Allianz in den Alpen), das Netzwerk der NGOs (CIPRA) und der Schutzgebiete (ALPARC) 2004 in Kranjska Gora das Konzept der Alpenwoche ins Leben, um all ihre Mitglieder und Zielgruppen an einem Ort zusammenzuführen. Sich der Chancen aber auch der Schwierigkeiten bewusst, lancierten die Organisatoren 2008 die zweite Alpenwoche in l'Argentière-la-Bessée/F. Die Gastgemeinde sowie auch das umliegende Pays des Ecrins und der Club Arc Alpin waren ebenfalls an der Organisation dieser Veranstaltung beteiligt.
Die Organisation der Alpenwoche stellte eine grosse logistische Herausforderung dar, was die Wahl des Veranstaltungsortes, die Vielfalt der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie deren geografische, berufliche und sprachliche Herkunft anbelangte. Der Wahl des Veranstaltungsortes - l'Argentière-la-Bessée/F ganz unten in den französischen Südalpen - abseits ausgetretener Pfade und weit entfernt von Kongresssälen, in denen in der Vergangenheit schon mehrfach einschlägige Themen behandelt wurden, kam eine symbolische Bedeutung zu. Und genau diese politische Symbolik fiel bei der Wahl des Veranstaltungsortes ins Gewicht.
Doch die Herausforderung bestand auch in kultureller und methodischer Hinsicht. Die Alpenwoche hat bestätigt, dass "good governance" eine unabdingbare Voraussetzung für Innovation ist. Aus diesem Grund ist es von wesentlicher Bedeutung, dass Lokalpolitiker und Vereinsvertreter, Wissenschaftler und Verwalter von natürlichen Lebensräumen sowie Sportler und Bergfreunde zusammenkommen und sich gegenseitig bereichern.
Doch wäre es irrig anzunehmen, dass ein geeigneter Ort und eine angemessene Form für eine solche Veranstaltung über Nacht gefunden werden können, denn wir haben es mit einem Paradigmenwechsel zu tun. Ein Haupthindernis, das es zu überwinden gilt, stellt die Sprachbarriere dar. Hierbei ist nicht die Rede von der deutschen, französischen, italienischen und slowenischen Sprache. Um diese sprachlichen Grenzen zu überwinden, können die wertvollen Dienste erfahrener Dolmetscher in Anspruch genommen werden. Es geht darum, Brücken zwischen der Sprache der Lokalpolitiker, der Wissenschaftler, Parkverwalter, Bergsportler und Vereinsakteure zu schlagen, und hier sind "Dolmetscher" noch immer Mangelware. Wenn ein Lokalpolitiker die Frage stellt "Weshalb sollte eine Gemeinde den Weg der Innovation beschreiten?", kann es leicht passieren, dass die Antwort des Wissenschaftlers oder der NGO auf den ersten Blick schwer in seine Realität zu übersetzen ist. Doch genau dieser Dialog, diese Konfrontation unterschiedlicher Meinungen ist von entscheidender Bedeutung.
Die Organisatoren der Alpenwoche haben sich als Dolmetscher angeboten und werden weiterhin daran arbeiten, ihre Methoden in dieser Hinsicht zu verfeinern. Sie bedanken sich herzlich bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die die kulturelle und logistische Herausforderung ebenfalls angenommen haben, um einen Beitrag zu diesem Dialog zwischen Akteuren so unterschiedlicher Herkunft zu leisten. Sie hoffen, Sie auf der nächsten Alpenwoche wieder begrüssen zu dürfen!
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