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Neue Welterbegebiete im Alpenraum

Ringelspitz

Im Raum der Glarner Hauptüberschiebung wurde altes Verrucanogestein auf sehr viel jüngeres Flyschgestein geschoben. © CIPRA International

Das Welterbekomitee der UNESCO hat diesen Juli weitere 27 Kultur- und Naturstätten in die Liste des Welterbes aufgenommen, darunter auch drei aus dem Alpenraum. Die neuen Welterbestätten im Alpenraum spannen dabei den gesamten Bogen von wilder Natur über Kulturlandschaft bis hin zu herausragenden Bauwerken.
Die neue Schweizer Naturerbestätte "Tektonikarena Sardona" umfasst als zentrales Element die Glarner Hauptüberschiebung. Diese Überschiebung gilt als aussergewöhnliches Naturphänomen, da hier alte Gesteine auf jungen liegen (normalerweise ist es umgekehrt). Diese Erkenntnis revolutionierte zu Beginn des 20. Jahrhunderts das Verständnis des Baus der Alpen.
Bei den neu anerkannten Kulturerbestätten liegt nur die eine ganz im Alpenraum, nämlich die grenzüberschreitende "Rhätische Bahn in der Kulturlandschaft Albula/Bernina". Sie umfasst die 67 Kilometer lange Bahnstrecke zwischen Thusis/CH und St. Moritz/CH (Albula), die 1904 eröffnet wurde, und die 61 Kilometer lange Anschlussstrecke nach Tirano/I (Bernina). Sie ist ein technisches Denkmal für die Erschliessung der hochalpinen Landschaft und gehört zu den spektakulärsten Schmalspurbahnen der Welt. Von der anderen Kulturerbestätte, den Festungsanlagen Vaubans in Frankreich, liegen zwei von zwölf ausgewählten Forts im Alpenraum - die Festungsanlagen von Briançon und Mont Dauphin. Die Anlagen sind klassische Beispiele der westlichen Militärarchitektur und veranschaulichen die Entwicklung des Verteidigungssystems, die unterschiedlichen Festungstypen und deren geografische Besonderheiten.
Zudem hat die UNESCO Anfang Juli auch den italienischen Antrag um Eintragung der Dolomiten in die Welterbe-Liste als vollständig befunden, so dass nun das Prüfungsverfahren anlaufen kann. Die endgültige Entscheidung über eine Anerkennung der Dolomiten als Weltnaturerbe wird voraussichtlich im Sommer 2009 in Sevilla/E fallen.
Quellen und Infos: http://whc.unesco.org/en/news/453 (en), www.unesco.ch/startseite/news (de/fr), www.provinz.bz.it/lpa/285
aktuelles_article_id=227274 (de/it)