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Olympische Infrastruktur - Loch ohne Boden?

Sprungschanze für Olympiade Torino 2006: Wer nutzt die Schanzen noch?

Sprungschanze für Olympiade Torino 2006: Wer nutzt die Schanzen noch? © CIPRA Italia

Die Infrastruktureinrichtungen der olympischen Winterspiele in Turin vom Februar 2006 sind eine teure Hinterlassenschaft. Dies belegt ein Artikel der Zeitung "La Stampa" mit Zahlen, welche im Rahmen einer Studie der staatlichen Agentur "Sviluppo Italia" berechnet wurden.
Die Bobbahn, deren Bau rund 70 Mio. Euro gekostet hat, verschlingt jährlich für Unterhalt und Betrieb 2,2 Mio. Euro. Geht man von 0,5 Mio. Euro Einnahmen aus, so bleibt ein jährlicher Verlust von 1,7 Mio. Euro. Der Bau der Skisprungschanze kostete ca. 35 Mio. Euro und es muss mit einem jährlichen Defizit von einer Million Euro gerechnet werden. Auch Betrieb und Unterhalt der Eishallen werden Verluste in Millionenhöhe mit sich bringen.
Für die Verwaltung und den Betrieb der gesamten olympischen Infrastruktur wird mit einem Finanzbedarf von 63,6 Mio. Euro für die nächsten fünf Jahre gerechnet. Fast die Hälfte dieser Summe wird voraussichtlich alleine für die Deckung der Betriebsdefizite benötigt. Bei diesen Perspektiven scheint es nahe liegend, dass zur Zeit auch der teilweise Rückbau der Infrastruktur in Erwägung gezogen wird. Die Höhe der Betriebskosten kommt kaum überraschend, gab es doch bereits genügend Erfahrungen von vergleichbaren Anlässen. Gelernt hat man in Turin anscheinend zumindest bei Umweltbelangen, wo die Winterspiele 2006 gemäss einer aktuellen Studie des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) verhältnismässig gut abschneiden.
Quelle: La Stampa 29.11.2006