Benutzerspezifische Werkzeuge

  Suchfilter  

Weiterführende Informationen

News

Südtiroler Biotop "Prader Sand": Gestern Nationalpark, morgen Kiesgrube?

Die Südtiroler Landesregierung stutzt das "Biotop Prader Sand" auf fast die Hälfte zusammen und übergeht zahlreiche Vorschläge der zuständigen Landschaftsschutz-Kommission.
Umweltverbände wie WWF, Legambiente oder auch der italienische Alpenclub wehren sich gegen diese Entscheidung.
Durch die Neuabgrenzung des Nationalparks Stilfer Joch werden verschiedene Flächen in der Talsohle des Vinschgaus aus dem Schutzgebiet ausgeklammert, darunter die "Prader Sand". Bereits 2004 hat der Nationalparkrat jedoch auch beschlossen, dass ökologisch wertvolle Lebensräume im Zuge dieser Neuabgrenzung als Landesbiotope ausgewiesen werden sollen. Der in diesem Sommer von der Südtiroler Landesregierung genehmigte Landschaftsplan für die Gemeinde Prad ignoriert diesen Beschluss genauso wie viele Vorschläge der zuständigen Landschaftsschutz-Kommission. Keine Berücksichtigung findet auch eine Volksbefragung von 2004, in welcher sich die Prader Bevölkerung für den Erhalt der "Prader Sand" ausgesprochen hat.
Die Gemeinde-Baukommission Prad genehmigte bereits einen knapp zwei Hektar grossen Fischweiher für die Sportfischerei in der "Prader Sand", zudem können auf fünf Hektar Schotter entnommen werden, ein Otterngehege, ein Zierententeich und ein Futterfischteich sind geplant. Einzig das Flussbett und kleine Uferbereiche sind als Biotop ausgewiesen, die angrenzende letzte Trockenau Südtirols und weitere besonders wertvolle Areale sollen keinerlei Schutz erhalten.
Die "Prader Sand" ist das grösste Flussdelta Südtirols. Mehrere nationale und internationale Fachstudien belegen deren grosse Bedeutung für den Artenschutz. Im so genannten "Important Bird Area"-Gutachten vom November 2004 heisst es beispielsweise unmissverständlich: Der Flusslebensraum Prader Sand gehört zu den prioritären Lebensräumen und erfüllt die Kriterien der FFH-Richtlinie für die Ausweisung als Natura 2000 Gebiet und als ‚Besonderes Vogelschutzgebiet'.
Quelle: www.dervinschger.it/artikel.phtml?id (de) 27.09.06