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Kein Anstieg des Güterverkehrs Frankreich-Italien

Der Menge der durch die Alpen transportierten Güter wächst enorm, vor allem auf der Strasse. Diese Zunahme verteilt sich allerdings nicht gleichmässig auf alle Alpenübergänge.
Die Daten von Alpinfo (www.are.admin.ch) sprechen eine deutliche Sprache: Schwindel erregend ist der Zuwachs in den Beziehungen mit Osteuropa und auf den Nord-Südachsen, wo im letzten Jahrzehnt auch die zunehmende Ankunft von Gütern aus Fernost in den europäischen Häfen zu einer starken Zunahme des Güterverkehrs durch die Alpen geführt hat.
Auf den Verbindungen zwischen Italien und Frankreich hingegen sind die entsprechenden Zahlen seit Jahren gleich bleibend. Und der Schienengütertransport durch den Mont-Cenis liegt weiterhin deutlich unter den Kapazitäten dieser Bahnlinie. Im Westen der Alpen gibt es keine neuen aufstrebenden Märkte und viele Transporte werden auf Schiffen durchgeführt. Die Gesamtmenge der zwischen Frankreich und Italien auf Strasse und Schiene transportierten Güter hat zwischen 1985 und 1995 ständig zugenommen (siehe Grafik). Seit 1995 ist jedoch eine Stagnation festzustellen. Deshalb ist der Entscheid für eine neue Eisenbahnverbindung unverständlich.
Gleichzeitig verursacht der Güterverkehr durch die Westalpen auf der Strasse schwerwiegende Sicherheitsprobleme, wie die Tunnelunfälle im Mont Blanc und Fréjus zeigen. Dies erfordert eine drastische Reduktion des Strassengüterverkehrs, was durch die volle Auslastung der bestehenden Eisenbahnlisten unverzüglich zu erreichen ist, jedoch eine gemeinsame Anstrengung Frankreichs, Italiens und der Schweiz zur Aufwertung der Eisenbahnverbindungen voraussetzt. Die Eisenbahnlinien Mont-Cenis, Simplon-Lötschberg und Gotthard können als ein umfassendes Transportsystem funktionieren, wenn die erforderlichen Anschlüsse im Norden und Süden der Alpen geschaffen werden. Damit würden die wirklichen Mobilitätshindernisse beseitigt werden, die nicht in den Alpen liegen, sondern vielmehr in den verstopften Knoten der Metropolen.