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Medienmitteilung

Alpenkonferenz: Club der Fantasielosen

Heute, Mittwoch den 9.3.2011, ist in Slowenien die XI. Konferenz der UmweltministerInnen der Alpenländer zu Ende gegangen. Die Ergebnisse sind – wie befürchtet – mager. Die CIPRA setzt nun auf die Schweiz, die für die nächsten zwei Jahre den Vorsitz der Alpenkonvention übernimmt. Sie soll der Konvention nach 20 Jahren mit konkreten Umsetzungsprojekten endlich ein Gesicht geben.

Die Ministerkonferenz der Alpenkonvention auf dem ehemaligen Jagdsitz von Tito im slowenischen Brdo bei Ljubljana lockte nicht einmal die Hälfte der Umweltministerinnen und Umweltminister der Alpenstaaten an. Die meisten liessen sich durch Staatssekretäre und BotschafterInnen vertreten, was den Stellenwert verrät, den die Alpenländer der Konvention einräumen. So wurde an der alle zwei Jahre stattfindenden Ministerkonferenz am 8. und 9. März 2011 denn auch wenig beschlossen – und vor allem nichts Wegweisendes.

In den letzten Jahren haben sich die Vertragsparteien darauf konzentriert, Papier zu produzieren und Resolutionen zu formulieren. Die Internationale Alpenschutzkommission CIPRA hat die MinisterInnen wiederholt aufgefordert, die Alpenkonvention als Instrument der nachhaltigen Entwicklung zu stärken und auch konkrete Vorschläge unterbreitet, wie das geschehen soll. Sie wird weiterhin darauf pochen, dass die Vertragsparteien die Konvention in Wert setzen. Das Vertragswerk ist eine gute Grundlage, um gemeinsam Lösungen für anstehende Herausforderungen in den Alpen zu erarbeiten, sei es für den Klimawandel oder für die problematische Abwanderung aus ländlichen Räumen. Seit der Unterzeichnung des Vertragswerks vor 20 Jahren wurden unzählige Netzwerke gebildet, Gemeinden haben sich alpenweit zusammengeschlossen um voneinander zu lernen, Schutzgebiete wie Nationalparks haben sich vernetzt und die Wissenschaft hat alpenweit relevante Forschungsthemen identifiziert und bearbeitet. All diese Initiativen sind Belege für die Wirksamkeit der Alpenkonvention.

Mit Umsetzungsprojekten vor Ort sollen die Alpenstaaten der Alpenkonvention nun endlich ein Gesicht geben, damit sie für die Bevölkerung sichtbar und nutzbar wird. So müssten im Bereich des Klimaschutzes und der Anpassung an den Klimawandel internationale Projekte gestartet werden, um den Austausch und die Zusammenarbeit in den Alpen zu stärken. Voneinander lernen, heisst das Motto. Liechtenstein hat mit dem gut dotierten Wettbewerb «Konstruktiv» zum klimaschonenden Bauen gezeigt, in welche Richtung solche Aktivitäten gehen müssen. Leider ist der «Liechtenstein-Preis für nachhaltiges Bauen und Sanieren in den Alpen», der am Dienstag an der Alpenkonferenz verliehen wurde, eine Ausnahme.

Um die nachhaltige Entwicklung im Sinne der Alpenkonvention lebendig werden zu lassen, braucht es nebst politischem Willen auch den Einsatz von entsprechenden Geldmitteln. Der Ball liegt nun bei der Schweiz, die in Brdo den Vorsitz der Konvention für die nächsten zwei Jahre übernommen hat. Sie soll ein Zeichen zu setzen und konkrete Umsetzungsprojekte initiieren. Die CIPRA bietet Hand für eine Zusammenarbeit. Sie hofft, dass die für September 2012 geplante, gemeinsame internationale Veranstaltung nicht nur den Abschluss der Schweizer Präsidentschaft markiert, sondern Wendepunkt ist für einen regelrechten Neustart der Alpenkonvention.

Rückfragen bitte richten an:
Andreas Götz, Geschätftsführer CIPRA International, +41 79 651 51 19, E-Mail 
Barbara Wülser, Kommunikationsverantwortliche CIPRA International, +423 237 53 53, E-Mail

 

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