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Medienmitteilung

Weltbienentag am 20. Mai: Wildbienen im toten Winkel

Wild- oder Honigbiene? Die graue Sandbiene, eine Wildbienenart, bei der Arbeit. (c) pixabay_FachLektorat

Die Vereinten Nationen begehen am 20. Mai 2018 erstmals den «Weltbienentag». In den Alpen gibt es an die 700 Bienenarten, doch nur eine davon produziert Honig. Kaum jemand weiss, dass Wildbienen die Vielfalt in der Natur und auf unseren Esstischen sichern.

Auf die Initiative Sloweniens hin haben die Vereinten Nationen den 20. Mai 2018 als ersten Welt-Bienen-Tag ausgerufen. Er soll die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Bedeutung von Bienen und anderen Bestäubern lenken und Menschen weltweit dazu motivieren, Handlungen zu deren Schutz zu setzen. Auf der offiziellen Internetseite des Welt-Bienen-Tags fehlt indes jede Spur von Wildbienen. Slowenien gibt zur Feier des Anlasses eine 2-Euro-Münze heraus, auf der Bienenwaben abgebildet sind. Die Honigbiene steht im Zentrum der Aufmerksamkeit. Dem Ökologen Dominik Ganser von der Universität Bern/CH zufolge ist die Honigbiene so bekannt, weil sie mit einem Produkt in Verbindung gebracht wird: dem Honig. «Dabei übersteigt die Bestäubungsleistung der Wildbienen diesen Nutzen um ein Vielfaches», erklärt Ganser.

Die Vielfalt der Pflanzenwelt basiert auf der Vielfalt der Bestäuber und umgekehrt. So gibt es Wildbienenarten, die auf Blütenarten spezialisiert sind, die von Honigbienen nur wenig oder gar nicht angeflogen werden. Untersuchungen haben gezeigt, dass Wildbienen zwar kleinere Mengen an Pollen transportieren als Honigbienen, dafür aber effektiver bestäuben. Gemeinsam bestäuben Honigbienen und Wildbienen ein Feld besser als Honigbienen alleine.

Die meisten Menschen können heute gerade noch eine Honigbiene von einer Hummel oder einer Wespe unterscheiden. Das Bewusstsein für die Vielfalt der Bienen ist kaum vorhanden. «Wenn wir Biene sagen, meinen wir in der Regel die Honigbiene. Wenn wir vom Bienensterben reden, sprechen wir vom Sterben der Honigbienen. Dass in den Alpen dutzende Wildbienenarten in ihrem Bestand gefährdet sind, ist kaum bekannt,» sagt Katharina Conradin, Präsidentin von CIPRA International dazu. Sie ergänzt: «Nachhaltiger und umfassender Bienenschutz braucht das Bewusstsein und Wissen für Bienen in ihrer ganzen Vielfalt. Mit unserem alpenweiten Projekt ‹BeeAware!› wollen wir das Bewusstsein der Menschen dafür schärfen, dass Bienen die Naturvielfalt und damit unsere Lebensgrundlage sichern.»

Die CIPRA sensibilisiert mit dem Projekt «BeeAware! – Alpengemeinden für den Bienenschutz» Menschen in allen Alpenländern für die Bedeutung von Wild- und Honigbienen und trägt mit der Umsetzung konkreter Massnahmen zu deren Schutz bei. 

Mehr Informationen zum Projekt: www.cipra.org/de/beeaware

Rückfragen bitte an:

Michael Gams, Mitarbeiter Kommunikation CIPRA International, +423 237 53 12, michael.gams@cipra.org

Martha Dunbar, Projektleiterin «BeeAware!» CIPRA International, +423 237 53 02, martha.dunbar@cipra.org  

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