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Medienmitteilung

Neue Solidarität zwischen Alpenraum und Metropolen

Verschiedene politische Akteure im Alpenraum setzen auf eine makroregionale Strategie für die Alpen. Im Vorfeld der nächsten Alpenkonferenz der UmweltministerInnen der Alpenkonvention in Poschiavo/CH im September 2012 klärt die Internationale Alpenschutzkommission CIPRA ihre Rolle. Sie bringt sich aktiv in den Prozess ein und sagt zur Makroregion Alpen: «Ja, aber mit klaren Rahmenbedingungen.»

In den letzten Jahren sind in den Alpen wichtige Netzwerke entstanden. Engagierte Institutionen wurden gebildet, wie das Netzwerk alpiner Schutzgebiete ALPARC, das Gemeindenetzwerk «Allianz in den Alpen», das Internationale Wissenschaftliche Komitee Alpenforschung ISCAR oder der Verein «Alpenstadt des Jahres». Doch die Umsetzung der Alpenkonvention ist in den Alpenstaaten insgesamt ungenügend. Die CIPRA als kritische Beobachterin und Botschafterin für den Schutz und die nachhaltige Entwicklung in den Alpen und als Initiatorin der Alpenkonvention hat deshalb von den Vertragsstaaten wiederholt Konkretes gefordert. Sie sollen ihre finanzielle Unterstützung substantiell erhöhen, um die Alpenkonvention und ihre praktische Umsetzung deutlich zu stärken.

Gleichzeitig ist der Zug für eine Makroregion Alpen in Bewegung, und kein wichtiger Akteur will ihn verpassen (siehe Kasten). Doch wohin fährt letztlich dieser Zug, wer bestimmt sein Tempo und wie hoch ist der Fahrpreis? Viele Fragen sind noch offen und zu klären. Die CIPRA stellt sich diesen Fragen. Sie sieht in einer makroregionalen Strategie für die Alpen eine Chance, Europa die Themen seines Alpenraums bewusst zu machen.

Alpenkonvention als Massstab
Die Umsetzung der Alpenkonvention hin zu einer erweiterten Alpenregion, der Makroregion Alpen soll verstärkt werden. Das mit diesem einzigartigen Staatsvertrag Erreichte muss als minimaler Standard für den Schutz und die nachhaltige Entwicklung auch einer erweiterten Alpenregion gesetzt werden. Zudem erachtet es die CIPRA als notwendig, die Akteure, Organisationen und Institutionen, die Gemeinden, Städte und Regionen im Gebiet der Alpenkonvention als starke Partner in die Erarbeitung und Umsetzung einer zukünftigen makroregionalen Strategie für die Alpen einzubeziehen. Diese Botschaft legt sie den MinisterInnen der Alpenkonvention nahe, die sich Anfang September an der XII. Alpenkonferenz im schweizerischen Poschiavo treffen.

Die zentralen Themen für eine nachhaltige Entwicklung der Alpenregion und eine makroregionale Strategie sind aus Sicht der CIPRA: Die Energieproduktion und -verteilung, der alpenquerende Verkehr und die sanfte Mobilität, der nachhaltige Umgang mit natürlichen Ressourcen wie Wasser und Biodiversität, der naturnahe und nachhaltige Tourismus sowie Jugend- und Altersfragen.

Neues Kräfteverhältnis?
Für kreative Lösungen eines zukünftigen Lebens in den Gemeinden und Städten der Alpen  braucht es ein neues Bewusstsein, dass Alpen und Metropolen am Alpenrand in diesen zentralen Themen in enger Beziehung zueinander stehen. Eine neue Solidarität zwischen den beteiligten Akteuren im Alpenbogen und in den Met¬ropolen ist gefragt. Für diese Solidarität setzt sich die CIPRA ein.

Der Einbezug einflussreicher Metropolen wie München, Wien, Ljubljana, Mailand, Lyon und Zürich ist aber auch eine grosse Herausforderung und dürfte zu neuen Kräfteverhältnissen und Entscheidungsprozessen führen. Auf jeden Fall sollten die Erkenntnisse aus der anstehenden Evaluation der EU zu den beiden bestehenden makroregionalen Strategien an der Ostsee und im Donauraum einbezogen werden.


Rückfragen bitte richten an:

Bruno Stephan Walder, Geschäftsführer CIPRA International
+41 78 844 19 53, E-Mail

Barbara Wülser, Kommunikationsverantwortliche CIPRA International
Tel. +423 237 53 11, E-Mail
 

Mehrere Initiativen zur Strategie der Makroregion Alpen

Der makroregionale Ansatz beruht auf einem Vorschlag der EU. Er soll grossen Gebieten ohne feste politische und administrative Grenzen bei der Bewältigung von gemeinsamen Herausforderungen und Chancen helfen, wo dies nicht im Rahmen herkömmlicher Initiativen möglich ist. Dabei soll kein neuer institutioneller, finanzieller oder gesetzlicher Aufwand geschaffen werden. Ziel ist es, bestehende Instrumente, Finanzierungs- und Kooperationsmöglichkeiten wie jene der europäischen Umwelt- oder Kohäsionspolitik sowie nationale und zwischenstaatliche Regelungen zu nutzen. Dazu muss ein Arbeitsprogramm mit Schwerpunktbereichen, Massnahmen und Vorzeigeprojekten umgesetzt werden.

In den Alpenländern wurden drei Initiativen lanciert, um die Debatte zu einer möglichen zukünftigen Strategie Makroregion Alpen zu fördern: Durch die Alpenkonvention, das Alpenraumprogramm (Alpine Space Programme) und durch die Regierungen verschiedener Regionen, deren Territorium ganz oder teilweise in den Alpen liegt. Die drei Initiativen wollen aus ihrer spezifischen Perspektive Beiträge leisten und bekennen sich dazu, ihre Aktivitäten zu koordinieren, um Synergien zu nutzen, die sich aus den jeweils unterschiedlichen Ausgangslagen und Aufträgen ergeben.



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