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Medienmitteilung

Keine Kürzung beim Alpinen Museum der Schweiz

Die Teilnehmenden der Bergeller Tagung plädieren für einen gesamtheitlichen Begriff von Kultur. @CIPRA

Vom 25. bis 27. Juli 2017 fand in Maloja/CH (Graubünden) die Bergeller Tagung. Die Teilnehmenden aus der Schweiz, Italien, Deutschland und Österreich diskutierten in deutscher und italienischer Sprache. Die von der Alpenschutzorganisation CIPRA Schweiz und der Stiftung Salecina in Kooperation mit der alpenpolitischen Alpendurchquerung „whatsalp“ organisierte Veranstaltung beschäftigte sich mit Kulturinitiativen in den Alpen und deren Bedeutung für die zukünftige Entwicklung der Berggebiete.

Aus aktuellem Anlass diskutiert wurde die Situation des Alpinen Museums der Schweiz, das angesichts der jüngst beschlossenen Kürzung der Förderung durch das Bundesamt für Kultur (BAK) um 75 Prozent grundsätzlich in Frage gestellt wird. Das Alpine Museum ist heute eines der innovativsten Zentren für Bergkultur in der Schweiz und im gesamten Alpenraum. Durch die drastische Kürzung der Mittel werden nicht nur die Ausstellungen und Veranstaltungen am Standort Bern, sondern ebenso die zahlreichen Kooperationen des Museums mit Kulturakteuren im Berggebiet kaputt gespart. Das Alpine Museum der Schweiz wird seit seiner Neuausrichtung vor fünf Jahren über die Landesgrenzen hinaus als wichtiger Impulsgeber für die Auseinandersetzung mit Kultur in den Bergen wahrgenommen. Das Museum prägt damit auch das Bild der Schweiz als zentralem Akteur in den Alpen. Umso unverständlicher ist die Entscheidung des BAK, diese Arbeit in der Zukunft aufs Spiel zu setzen. Die Teilnehmenden der Bergeller Tagung protestieren in aller Form gegen diesen Kürzungsbeschluss und fordern vom Bund eine Korrektur dieser Entscheidung. Patrick Schönenberger, Präsident CIPRA Schweiz betont: „Das Alpine Museum der Schweiz muss als gegenwarts- und zukunftsorientierter Ort der kulturellen Auseinandersetzung mit dem alpinen Raum erhalten bleiben.“

Die Teilnehmenden der Bergeller Tagung plädieren für einen gesamtheitlichen Begriff von Kultur. In diesem Sinn wurden eine Reihe von Kulturinitiativen vorgestellt und diskutiert, so das Festival Origen (Giovanni Netzer), das SAC-Kulturprojekt CRYSTALLIZATION 2018 (Jean Odermatt), das Projekt PlurAlps (CIPRA International), creativealps_lab / ZHdK, DiskursMuseum (Alpines Museum/berg_kulturbüro), der Polo Poschiavo (Cassiano Luminati), das Projekt Florio-Soglio (Patrick Giovanoli) und das Migrationsprojekt (Patrik Schönenberger). An zwei öffentlichen Diskussionsabenden in Maloja und Chiavenna/I ging es um Wertschöpfung und Wertschätzung durch Kultur und um Grenzen und Migration als kulturelle Herausforderungen. Die Tagungsteilnehmenden kommen zum Schluss, dass solchen Kulturinitiativen für die zukünftige Entwicklung der Berggebiete – aber auch darüber hinaus – eine wichtige Bedeutung zukommt. Dabei ist die Vielzahl kleiner Initiativen mindestens ebenso wichtig wie grosse Events, was auch in der öffentlichen Kulturförderung berücksichtigt werden muss. „Kultur soll als Verhandlungsort für aktuelle Gegenwartsthemen verstanden werden, wie es das Alpine Museum für die Schweiz und für andere Alpenländer exemplarisch aufzeigt“, betont Dominik Siegrist, Mitinitiant von whatsalp.

Weitere Auskünfte:

Hans Weber, Geschäftsführer CIPRA Schweiz, Tel. 079 699 29 33, www.cipra.org

Antonio Galli, Betriebsleiter Salecina, Tel. 081 824 32 39, www.salecina.org 

Maurizio Michael, puntoBregaglia, Tel. 079 798 90 92, www.puntobregaglia.ch

Dominik Siegrist, Kernteam whatsalp, Tel. 079 673 43 30, www.whatsalp.org

Fotos Bergeller Tagung 25. bis 27. Juli 2017

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