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Medienmitteilung

CIPRA fordert klimafreundliche Arbeitsplätze

Wer unabhängig von Energieimporten ist, hat mehr Entscheidungsfreiheit, stärkt die regionale Wirtschaft und trägt bei zum Klimaschutz. Um die Vision der Energieautarkie zu verwirklichen, brauchen die Alpenregionen vor allem Weitsicht, eigenes Engagement und gute politische Rahmenbedingungen. Die CIPRA hat an ihrer Jahresfachtagung in Bovec/SI sieben Forderungen zur Energieautarkie verabschiedet.

Die nationalen Klimaschutzziele aller Alpenländer setzen voraus, dass unser Energiever-brauch drastisch reduziert und der Anteil der erneuerbaren Energien erhöht wird. Die Alpen bieten hierfür grosses Potenzial. Der Ruf nach der Energiewende befruchtet auch die Vision der Energieautarkie: So hat sich zum Beispiel das österreichische Bundesland Vorarlberg zum Ziel gesetzt, bis 2050 unabhängig von Energieimporten zu werden. Andere Regionen haben Ähnliches im Sinn (siehe Anhang). Die Internationale Alpenschutzkommission CIPRA stellt fest: Wer den Weg zu einer energieautarken Region beschreitet, verändert das Gesicht und die Strukturen seiner Region umfassend – zum Nutzen der Umwelt, der eigenen Wirtschaft und der Gesellschaft.

Was aber brauchen die Regionen, damit sie ihre klimapolitische und regionalwirtschaftliche Verantwortung langfristig wahrnehmen können? In erster Linie müssen öffentliche Gelder so eingesetzt werden, dass Initiativen in der Regionen gefördert und Arbeitsplätze im Bereich des Klimaschutzes geschaffen werden. Diese und weitere Forderungen hat die CIPRA, die unter ihrem Dach über 100 Mitgliederverbände aus allen Alpenländern vereint, letzte Woche an ihrer Jahresfachtagung im slowenischen Bovec verabschiedet.

Der Aufbau einer energieautarken Region schafft Arbeitsplätze. Land- und Forstwirtschaft profitieren von einer verstärkten Nutzung der regionalen Rohstoffe, Unternehmen aus den Bereichen Energietechnik, Wärmedämmung und Hochbau finden neue Tätigkeitsfelder. Damit gewinnen Regionen auf dem Weg zur Energieautarkie einen Standortvorteil. 

Staatliche Förderungen sind deshalb darauf auszurichten, dass sie einen positiven Klimaef-fekt haben, fordert die CIPRA.
Die Vision der Energieautarkie muss umfassend sein. Dazu gehört nicht nur, konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, sondern auch sparsam und effizient mit der vorhandenen Energie umzugehen. Insbesondere beim Verkehr kann durch intelligente Raumplanung und sanfte Mobilitätsformen wie Fuss- oder Fahrradverkehr viel Treibstoff eingespart werden.

Damit die Idee der Energieautarkie greift, muss sie breit abgestützt werden. Die Bevölkerung muss in den Prozess miteinbezogen werden. Energieautarkie ist damit für diese kein abstrakter, allenfalls gar bedrohlicher Begriff, sondern ein gangbarer Weg mit klaren Vorga-ben, Zielen und Fortschritten, an denen alle teilhaben können.

Der CIPRA geht es weniger um die rechnerische Grösse der Energieautarkie und schon gar nicht um Abschottung. Vielmehr möchte sie das Bewusstsein schärfen dafür, dass wir nicht mehr verbrauchen dürfen, als wir selber beisteuern können. Die CIPRA ist überzeugt: Energieautarkie ist eine reelle Chance für die Alpenregionen. Oder um es mit den Worten von Adolf Gross, Projektleiter der Energiezukunft Vorarlberg/A, zu sagen: «Wer heute auf grüne Technologien und gesellschaftlichen Wandel im Sinne der Nachhaltigkeit setzt, sichert Wohlstand für morgen.»


Die Forderungen der CIPRA basieren auf dem compact „Energieautarke Regionen“, einem Hintergrundbericht in kompakter Form zum Thema (siehe www.cipra.org/cc.alps-compacts). Sie sind abrufbar auf www.cipra.org/de/alpmedia/positionen/115.

Rückfragen bitte an:
Andreas Götz, Geschäftsführer CIPRA International
+423 237 53 53, E-Mail

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