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Medienmitteilung

Baggern für die Bachforelle

Monika Gstöhl (Geschäftsführerin LGU), Martha Dunbar (Projektleiterin CIPRA International) und Rainer Kühnis (Präsident Fischereiverein Liechtenstein) am Tentschagraben. (c) Rainer Kühnis

Fische und andere Wassertiere sollen sich wieder ungehindert zwischen Binnenkanal und Tentschagraben bewegen können. Dazu wird in diesen Tagen eine Schwelle im Mündungsbereich des Grabens zwischen Gamprin und Eschen passierbar gemacht. Hinter dem Projekt stehen CIPRA International, die LGU und der Fischereiverein.

Der Tentschagraben ist etwas Besonderes: der 2,2 Kilometer lange Bach in der Rheinau zwischen Schaan, Eschen und Gamprin ist das einzige noch grossteils in seiner ursprünglichen Struktur erhaltene «Giessen-Gewässer» in Liechtenstein. Seit 2010 führt er wieder ganzjährig Wasser. Fischarten wie die Bachforelle (Liechtensteiner Fisch des Jahres 2016), seltene Vögel und auch zahlreiche Säuger finden dort ausgezeichnete Lebensbedingungen. In den Tümpeln des Quellbereichs tummeln sich Amphibien. Zusätzlich liegt der Tentschagraben im Bereich eines in der Richtplanung vorgesehenen Wildtierkorridors, der grossen Tieren wie Hirschen ermöglichen soll, das Alpenrheintal mit seinen Strassen und Infrastrukturen gefahrlos von der Liechtensteiner auf die Schweizer Seite zu überqueren.

Umgestaltung des Mündungsbereichs

Bisher erschwerte eine rund 80 Zentimeter hohe Schwelle im Mündungsbereich des Tentschagrabens die Durchgängigkeit für wasserbewohnende Tierarten. Um die Gewässerfauna zu begünstigen, lassen in diesen Tagen die drei Umweltorganisationen CIPRA International, Liechtensteinische Gesellschaft für Umweltschutz (LGU) und der Fischereiverein Liechtenstein (FVL) den Mündungsbereich an der Gemeindegrenze zwischen Gamprin-Bendern und Eschen so umgestalten, dass Fische und andere Wasserlebewesen ganzjährig wieder vom Binnenkanal in den Graben aufsteigen können.

Mit verschieden grossen Steinen wird auf sechs Metern Länge eine Rampe gestaltet, die mit ihren unterschiedlich tiefen Wasserbereichen den Gefälleunterschied der bisherigen Schwelle für Wassertiere überwindbar macht. Um die Rampe zu erstellen, wurde im Mündungsbereich ein Teil des Ufergehölzes entfernt. Nach den Bauarbeiten werden wieder standortgerechte, einheimische Gehölze angepflanzt. Im vergangenen Jahr wurden bereits weitere Verbesserungen am Tentschagraben realisiert, wie z.B. eine Aufwertung des Quellbereichs in Schaan für Amphibien und eine «Bachpotzati» zusammen mit PachtjägerInnen und Vereinen.

Mosaikstein im alpenweiten ökologischen Netzwerk

Für das Gebiet Bannriet-Tentscha hat die LGU in der Vergangenheit ein Natur- und Landschaftsentwicklungskonzept erarbeitet und zahlreiche Massnahmen umgesetzt. Sie prüft derzeit die Entwicklung im Gebiet und wird gegebenenfalls weitere Massnahmen in Angriff nehmen. Die CIPRA arbeitet bereits seit vielen Jahren am Ziel, die Lebensräume im gesamten Alpenraum besser zu vernetzen, damit die Biodiversität erhalten werden kann. Damit dies gelingt, sind das Engagement und eine Zusammenarbeit verschiedenster Akteure wie BürgerInnen, Gemeinden und Regierungen notwendig. «Mit dieser Massnahme möchten wir zeigen, dass auch mit kleinen Aktionen die Lebensraumvernetzung im gesamten Alpenrheintal deutlich verbessert werden kann», erklärt Martha Dunbar, Projektleiterin für Biodiversität bei der CIPRA.

Die Wiederanbindung des Tentschagrabens an den Binnenkanal wurde in Zusammenarbeit mit den Gemeindeförstern von Eschen, Schaan, Gamprin und Markus Bernhard vom Amt für Umwelt, sowie dem Ingenieur Markus Beck durchgeführt. Finanziert wird das Vorhaben von der Zukunftsstiftung der Liechtensteinischen Landesbank, von den Liechtensteinischen Kraftwerken durch den Verkauf von LiStrom Natur Plus, der LANIMO-Stiftung, der LGU und dem Fischereiverein.

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