Alpenflüsse im Betonkorsett14.09.2010
An der Salzach in Österreich wird das nunmehr achte Wasserkraftwerk gebaut. Die stetige Zubetonierung des längsten und wasserreichsten Nebenflusses der Inn ist nur ein Beispiel unter vielen: Mit dem Ruf nach erneuerbaren Energien im Namen des Klimaschutzes nimmt auch der Druck auf die letzten unverbauten Alpenflüsse zu. Anstatt neue Kraftwerke zu bauen, sollen die bestehenden naturverträglich modernisiert werden, fordert die Internationale Alpenschutzkommission CIPRA.
Ungestüm drängt sich das Wasser der Salzach zwischen ruppigen Felsbildungen hindurch. An die Flussufer grenzen dichte Auenwälder, die eine Vielfalt an Tieren und Pflanzen beheimaten, wie sie in Mitteleuropa selten mehr zu finden sind. Äschen, Forellen und Saiblinge tummeln sich an diesem Streckenabschnitt oberhalb von Salzburg im längsten und wasserreichsten Nebenfluss des Inn. Noch. Schon bald wird das Bild ein anderes sein: Auch hier soll die Salzach in ein künstliches Bett gezwängt werden und der Energiegewinnung dienen. Das geplante Wasserkraftwerk Stegenwald ist das achte Kraftwerk innerhalb einer 41 Kilometer langen Strecke. Damit verliert einer der grössten Alpenflüsse ein letztes unberührtes Stück Natur und es geht eine der wertvollsten Fischstrecken der 225 Kilometer langen Salzach zu Grunde. Energiesparen ist das Gebot der Stunde Rückfragen bitte an: Barbara Wülser, Kommunikationsverantwortliche CIPRA International Informationen über das Klimaprojekt cc.alps: Good-Practice-Beispiele aus dem Klimaprojekt cc.alps:
Beispiele für umstrittene Kraftwerkprojekte in den Alpen:Österreich -Salzach: Zwischen Werfen und Golling entsteht das achte Wasserkraftwerk innerhalb von 41 Kilometern. Seitens des Umweltlandrates und des Gewässerschutzes wurde bereits grünes Licht für den Kraftwerksbau Stegenwald gegeben. Voraussichtlicher Baubeginn ist im Herbst 2010. Informationen: CIPRA Österreich, E-Mail, Telefon: +43 1 401 13 36
Es gibt viele aktuelle Kraftwerkprojekte in der Schweiz die infolge entsprechender Einspeisevergütung (KEV) realisiert werden sollen. Folgende Beispiele haben negative Auswirkungen auf die Natur (unverbaute Flüsse sind betroffen, Standorte liegen teils in Schutzgebieten, Restwassermengen werden nicht eingehalten): - Gletsch-Oberwald/VS Informationen: CIPRA Schweiz, E-Mail, Telefon: +41 33 822 55 82 Slowenien - Učja: Dieses Wasserkraftwerk soll bis 2015 gebaut werden. Ein Staudamm in der Höhe von 85 Metern wird einen See von fast 4 Millionen Kubikmetern schaffen. Die jährliche Durchschnittsproduktion liegt bei 35 GWh. Informationen: CIPRA Slowenien, E-Mail, Telefon: +386 59 071 322
- Lech: in der letzten freifliessenden Strecke südlich von Augsburg existieren Planungen, im Naturschutzgebiet und Natura 2000-Gebiet, an bestehenden Wehren Turbinen einzubauen. Informationen: CIPRA Deutschland, E-Mail, Telefon: +49 831 52 09 501 |
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