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Projekte

Sicherung der Oberammergauer Wiesmahdflächen

Aufstellung eines Wiesmahdpflegeprogrammes (finanzielle Anreize) und später eines Flurentwicklungsprogrammes (Neuordnung des Besitzes, neuer Pflegeplan) zur Sicherung der Wiesmahdflächen.

Zielsetzung

Das Leitbild ist - soweit als möglich - der Erhalt und die Rückentwicklung des Wiesmahd in seine ursprüngliche, kulturhistorische begründete Mähnutzung. Dadurch wird im weiteren verfolgt:
- Erhalt eines Rückzugsgebietes für gefährdete Pflanzen und Tiere
- Erhalt eines für die Region charakteristischen Landschaftsbildes
- Erhalt des Wiesmahd als Dokument und Anschauungsobjekt früherer Bewirtschaftungsformen mit besonderer landschaftlicher Schönheit und Eigenart.
- Erhalt einer reizvollen Landschaft im Hinblick auf den Tourismus
- Förderung der örtlichen Landwirtschaft

Durchführung

Nach dem Verlust von vielen ökologisch hochwertigen Magerwiesen wurde 1985 von der Gemeinde Oberammergau auf Initiative der Bund Naturschutz-Ortsgruppe ein Wiesmahdpflegeprogramm aufgestellt. Die Plege dieser Flächen wird seitdem (neben Landesmitteln) von der Gemeinde unterstützt. Da bis 1990 nur 30% der Wiesmahdflächen gemäht wurden, stellte die Gemeide 1991 einen Umweltsachbearbeiter ein und leitete 1995 in Zusammenarbeit mit der Direktion für ländliche Entwicklung (DLE) ein Flurentwicklungsverfahren ein. Im Rahmen dieses Verfahrens sollen einerseits durch Kauf oder Tausch von Flächen weitere brachgefallene Flächen in die Bewirschaftung bekommen werden. Andererseits wurde ein neuer Plege und Entwicklungsplan erstellt: die bis dahin geltende Zielsetzung, die Wiesmahdhänge ausschließlich durch Mahd zu erhalten, wurde dabei abgeändert. Entsprechend der ursprünglichen Wiesmahd sollen zwar auch weiterhin möglichst große zusammenhängende Bereiche mit traditioneller Bewirtschaftung erhalten bleiben. Mähbare Weideflächen der unteren Hanglagen sollen dabei soweit möglich in Wiesmahd, nicht mehr mähbare, brachgefallene Hochlagen dagegen vorrangig in ökologisch ausgerichtete Extensivweiden umgewandelt werden. Neben der Fortsetzung der Pflege auf den noch erhaltenen Magerwiesen bedeutet dies vor allem Entbuschung und anschließende Pflegemahd auf brachgefallenen Hängen sowie Extensivierung angedüngter Hangwiesen. Wo keine Pflege mehr möglich ist, wird die Entwicklung eines natürlichen Bergmischwaldes angestrebt.

Wirkung

1990 wurden 49 ha der insgesamt 162 ha (ca. 30%) durch das Wiesmahdpflegeprogramm erreicht. Nach der Einstellung eines Umweltsachbearbeiters im Jahr 1994 werden 60 ha, nach der Erstellung des Flurentwicklungsverfahrens im Jahr 1999 65 ha Mahdfläche gepflegt; daneben gibt es 12 ha Weide-Wiederherstellungen.

Standort

Oberammergau

Beteiligte

Wiesmahdpflegeprogramm 1985: Gemeinde Oberammergau, Ortsgruppe Oberes Ammertal des Bund Naturschutz in Bayern e.V., örtliche Landwirte, Grundbesitzer;
ab 1991: Umweltsachbearbeiter;
ab 1994: Direktion für Ländliche Entwicklung, Dipl. Geoökologe

Finanzierung

Die Pflege der Wiesmahdflächen wurde/wird pro Hektar und Schwierigkeitsgrad der Bewirtschaftung (Stufe I "leicht" - Stufe II "mittelschwer" - Stufe III "sehr schwer" wie folgt bezuschußt:
Fördersätze bis 1990: 400 DM (St. I), 700 DM (St.II), 1000 DM (St.III); 1991 - 1997: 700 (St.I), 1000 DM (St.II), 1400 DM (St.III); ab 1998: 750 DM (St.I), 1050 DM (St.II), 1450 (St.III).
Bis 1997 erfolgte die Förderung der Wiesmahdpflege im Rahmen eines Landschaftspflegeprogrammes (LUMBek vom 23.3.83), wobei die Gemeinde als Maßnahmenträger einen Anteil von 30% der Kosten übernahm. Ab 1998 wurde das Wiesmahdpflegeprogramm in das Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm übergefühtrt. Um die niedrigeren Fördersätze dieses Programms auszugleichen, zahlt die Gemeinde den Bewirtschaftern der schwierigen, meist in oberen Hangbereichen gelegenen und dadurch in erster Linie landschaftsprägenden Flächen jetzt eine Fremdenverkehrsprämie von 100 DM (St.II) und 300 DM (St.III). Für die Wiederherstellungsmaßnahmen (Entbuschen etc.) wird in der Regel der doppelte Satz der Zuwendungen für die Mahd gewährt. Auch hier übernimmt die Gemeinde einen Kostenanteil von 30 %, 70% werden von der Regierung von Oberbayern getragen. Insgesamt wurden zwischen 1987 und 1999 756.806 DM für die Mahd, und zwischen 1995 und 1999 140.162 DM für die Wiederherstellung der Wiesmahdflächen ausgegeben. Von dem Gesamtbetrag 896.968 DM (Mahd + Wiederherstellung) wurden von der Gemeinde zwischen 1987 und 1999 222.379 DM übernommen.

Ansprechperson

Ammergauer Alpen GmbH
Jörg Christöphler
Eugen-Papst-Str. 9a
82487 Oberammergau / DE
Telefonnummer: +49 8822 92 27 40
Telefax: +49 8822 92 27 45
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